Anzeige

Gastkommentar

„Auch ohne Preis ein Sieger“

Von Barbara Goerlich

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/50 vom 16. Dezember 2006

Ohne Fleiß kein PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
weiter mit Mausklick...
? Stimmte dieses Sprichwort, wären 99 Prozent aller Gastronomen wohl Faulenzer. Denn wer hat überhaupt schon mal einen Preis für irgendetwas bekommen? Vom IHK-Gründerpreis bis zum Hotelier des Jahres werden zwar jede Menge Auszeichnungen verliehen. Gewinnen tun aber immer nur die anderen. Eine Würdigung ihrer Arbeit, ihres Fleißes und ihres unternehmerischen Einsatzes ist für viele Gastronomen so unerreichbar wie der Jackpot im Lotto.

Wo die öffentliche Auszeichnung fehlt, hilft Selbstmotivation. Generationen leben nach den ihnen eingetrichterten – preußischen – Tugenden Tüchtigkeit und Fleiß. Auch Gastronomen. Listet man alle Eigenschaften auf, die einen erfolgreichen Gastronomen ausmachen, ginge deshalb auf die bisher preislosen 99 Prozent ein Preissegen ungeahnten Ausmaßes nieder. Erwähnt seien nur Gastfreundschaft, immens hohe Präsenz an Werktagen wie an Sonn- und Feiertagen. Selbst am Ruhetag drehen Gastronomen nicht Däumchen, sondern fahren zum Einkaufen, erledigen Buchhaltung und Administration, gehen auf Fortbildung und, und. Das wissen Sie, das wissen hoffentlich Ihre Gäste, Mitarbeiter, Lieferanten, Freunde, Bekannten, Kollegen und die liebe Familie. Auch wenn am Ende keine Auszeichnung mit „Urkunde-zum-an-die-Wand-hängen“ dabei herauskommt, sind sie doch alle Sieger. Außerdem: Trotz unzähliger Pleiten in der Branche dürfen sich viele Gastronomen mit der Gewissheit trösten, dass sie als Marktteilnehmer noch immer im Geschäft sind, mit zufriedenen Gästen, die gern und häufig wieder kommen, und dass am Ende auch noch etwas übrigbleibt. Ist das nicht der schönste Preis?

Wer darüber hinaus meint, zum Glück gehöre als äußeres Zeichen auch noch ein schicker Preis, der kann sich dann ja schließlich einen „kaufen“ (Seite 5). Schaden tut's bestimmt nicht, Motivation und Ansporn für die Mitarbeiter und Bestätigung bei den Gästen inklusive. Trotzdem: Auch Preis-lose Gastronomen sind in diesen Zeiten Sieger.


KommentierenDrucken
Begeisterung für den Kochberuf:<em> (von links) Martin Baudrexel und seine Kollegen Fred Nowack und Mario Kotaska<tbs Name=" width="125" border="0" align="left" class="orientation-landscape aspect-13" />
Auch interessant

„Die Küche muss wieder richtig duften“

Qualität ist machbar und keine Frage der Unternehmensgröße: „Hauptmanko ist es, zu vergessen, wie schön und verantwortungsvoll unser Beruf ist“, brachte TV-Koch Martin Baudrexel das für ihn größte „Geschmackshindernis“ auf den Punkt. mehr...

Weitere Artikel aus Archiv vom :

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige