Anzeige

Anzeige

Steffen Hengstenberg ist Sprecher des Esslinger Familienunternehmens. Zum Sortiment gehören Sauergemüse, beispielsweise KrautFoto: Archiv

Interview der Woche

„Bio schmeckt einfach anders“

Steffen Hengstenberg über die neue Produktschiene

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/47 vom 25. November 2006

Schmecken Sie, ob Sie ein Bio-Produkt auf dem Teller haben?

Hengstenberg: Es schmeckt einfach anders. Ich kann nicht sagen, dass es deswegen besser schmeckt. Das ist wohl mehr für ein gutes Gewissen und für die Seele.

Viele Ihrer Produkte haben bereits Spitzennoten von „Öko-Test“ bekommen. Weshalb bieten sie jetzt ein Bio-Sortiment an?

Hengstenberg: Es gibt eine Schicht von Verbrauchern, die stark Bio-orientiert ist. Das ist ein deutlich wachsender Kundenkreis. Deshalb versuchen wir als Marktführer im sauren Segment, auf diese Impulse zu reagieren und den Trend abzudecken.

Worin liegt der Unterschied zum Beispiel zwischen konventionellem Sauerkraut und der Bio-Variante?

Hengstenberg: Biologische Herstellung bringt bei Rohwaren und Zutaten und im Produktionsprozess bestimmte Auflagen mit sich. Beim Bio-Kraut ist der biologische Anbau das entscheidende Kriterium.

Hat sich auch an der Rezeptur etwas geändert?

Hengstenberg: Ja. Wenn Sie versuchen, konventionelle Produkte genau nachzubauen, wird es nämlich sehr schwierig. Man bekommt nicht alle Zutaten in garantierter Bio-Qualität. Deshalb schmeckt das Endprodukt eben anders.

Woher kommt die Rohware?

Hengstenberg: Wir mussten, um die Mengen besorgen zu können, teilweise neue Lieferanten finden. Bioanbau ist nicht auf jedem Feld möglich. Die Erträge sind geringer, das macht die Rohware teurer. Der Preisabstand zur konventionellen Ware liegt für den Verbraucher etwa bei 30 Prozent.

Gemüsespezialist Bonduelle hat sich von seinem Bio-Sortiment wieder verabschiedet. Wie sehen Sie Ihre Chancen?

Hengstenberg: Gut. Das Sortiment trifft auf hervorragende Resonanz. Das ist auch immer eine Frage des Timings. Bonduelle war damit ziemlich früh auf dem Markt. Vielleicht zu früh. Ich glaube, dass es zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort das richtige Sortiment ist. Aber in ein oder zwei Jahren sind wir schlauer.

Schneidet man sich nicht ins eigene Fleisch, wenn man ein Produkt in zwei Versionen anbietet – in Bio und konventionell?

Hengstenberg: Es gibt verschiedene Käuferschichten. Den einen reicht unsere ausgezeichnete Marken-Qualität konventioneller Ware, die anderen möchten eben Bio-Ware haben. Wir wollen auch die Klientel ansprechen, die stark Bio-affin ist.

Sie kennzeichnen Ihre Bio-Produkte mit dem Bio-Siegel. Warum lassen Sie sich nicht von Bioland oder Demeter zertifizieren?

Hengstenberg: Wir sind ein international agierendes Unternehmen. Mit dem Sortiment wollen wir in ganz Europa auftreten. Das Bio-Siegel ist europaweit gültig und von daher der kleinste gemeinsame Nenner.

Interessiert es Sie im Restaurant, woher Spätzle oder Kraut auf dem Teller kommen?

Hengstenberg: Das interessiert mich schon, vor allem natürlich beim Kraut. Aber ich bin keiner, der da pingelig hinterherfragt. Die Fragen stellte Micaela Buchholz

Kommentieren Drucken
Auch interessant

Kopf der Woche

Ein Dreifach-Jubiläum darf gefeiert werden: Seit 20 Jahren ist Wehrmann Chef des Park-Hotels Bremen – und seit 50 Jahren ist das 5-Sterne-Haus im Bürgerpark Bremens erste Adresse für gepflegte Gastlichkeit. mehr...

Weitere Artikel aus Archiv vom 25.11.2006 :

Branche aktuell: Kopf der Woche (25.11.2006)
Editorial: Berlin braucht die Hotellerie (25.11.2006)
Das Thema: Wein-Avantgarde (25.11.2006)
Branche aktuell: Stabwechsel bei der GAD (25.11.2006)
Branche aktuell: DEHOGA-Spitze mit neuen Gesichtern (25.11.2006)
Branche aktuell: Hotel Zur Bleiche auf Erfolgskurs (25.11.2006)
Gastronomie Die Kleineren (7): „Wir sind wie ein Wohnzimmer“ (25.11.2006)
Gastkommentar: Dämliche Hitlisten (25.11.2006)
WENDE IM WEINBERG Junge Winzer etablieren sich als Szene-Gastronomen / Architekten bringen Image: Wein, Design und Hotels (25.11.2006)
Branche aktuell: Spitzengastronomen unter Druck (25.11.2006)

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige

Die AHGZ bei Facebook

Aktuelle Jobangebote im Jobsterne-Stellenmarkt

Zu weiteren 40.000 Stellenangeboten

Frage der Woche

Nachfolge

Die Eltern haben Erfolg, doch die Kinder winken ab. „Warum finden sich für viele Gastro-Betriebe keine Nachfolger?“

Diskutieren Sie mit