Interview der Woche
„Der Teemarkt wird wachsen“
Esin Rager über die Entwicklung des Blattgetränks
Lange Zeit hatte Tee ein verstaubtes Image. Ist es Samova gelungen, etwas
Staub aufzuwirbeln?
Rager: Nach fünf Jahren auf dem Markt haben wir eine hohe Bekanntheit erreicht. Es ist uns gelungen, als Synonym für moderne Teekultur verstanden zu werden. Fast immer, wenn Lifestyle-Medien über Tee berichten, sind wir mit dabei. Bei uns stehen Lifestyle, Genuss und der Spaß am Tee im Vordergrund.
Wodurch unterscheidet sich Samova von anderen Teehäusern?
Rager: Vor allem unsere Teemischungen und das außergewöhnliche Design unterscheiden uns von anderen Teehäusern. Wir ermuntern auch unsere Kunden in der Gastronomie, aus unseren Teemischungen eigene Getränke zu kreieren – zum Beispiel Cocktails.
Welche Geschmacksrichtungen haben Sie bei Tees neu entwickelt?
Rager: Wir kombinieren ungewöhnliche Dinge miteinander. Zum Beispiel enthält unser Jubiläumstee Blattgold. Wir waren auch unter den Ersten, die mit Spirulina-Algen Tee gemacht haben. Und in unserem Topseller „Team Spirit“ ist soviel Vitamin C enthalten, dass eine Kanne Tee den täglichen
Vitamin-C-Bedarf deckt.
Haben Sie neue Zielgruppen gewonnen?
Rager: Unsere Hauptzielgruppe sind junge und junggebliebene Genießer. Darunter sind auch viele Leute, die sonst Latte Macchiato trinken. Auch erstaunlich viele Jugendliche und Kinder mögen unsere Tees; wir haben sehr viele Eltern als Kunden, die für ihre Zöglinge einkaufen.
Welchen Anteil haben Kunden aus Gastronomie und Hotellerie am Gesamtumsatz?
Rager: Gastronomen und Hoteliers haben einen Anteil von mindestens 50 Prozent am Umsatz mit unseren Geschäftskunden. Es gibt sehr viele Gastronomen, die sich für unsere Produkte interessieren. Und viele Gourmetköche fangen an, mit unseren Tees auch zu kochen.
Welche Bedeutung haben für Sie Outlets wie im Hotel Strandgut in St. Peter Ording an der Nordsee?
Rager: Die Lounge war die Idee der Hoteliers Sroka. Sie hatten vorher unseren Tee privat genossen und sind dann mit ihrer Projektidee auf uns zugekommen. Wir hatten vorher schon Kooperationen mit anderen Häusern wie mit dem Hotel Kudamm 101 in Berlin, aber nicht in einem solchen Umfang. Wir sind auch im Gespräch mit einer weiteren internationalen Lifestyle-Hotelgruppe über eine mögliche Kooperation.
Wie wird sich der Teemarkt in den kommenden Jahren entwickeln?
Rager: Der Teemarkt wird in den nächsten Jahren weiter stark wachsen. Es wird dabei immer wichtiger, eine teeinfreie Alternative zu Kaffee anzubieten. Vor allem der Bereich der Früchte- und Kräutertees wird deshalb immer wichtiger werden.
Die Fragen stellte Helmut Heigert

