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Klartext im Restaurant Goldberg: (von rechts ) Andreas Rauschenberger, Natascha Müllerschön, Jörg Rauschenberger und Hendrik Markgraf (AHGZ)

Holger Zwink

Interview

„Die beiden Nachfolger haben das Sagen“

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/19 vom 5. Mai 2012

Herr Rauschenberger, mit gerade mal 56 Jahren bereiten Sie derzeit schon ihre Nachfolge vor, die in vier Jahren eintreten soll. Wie kommen Sie auf diese Idee?

Jörg Rauschenberger: Es gibt zwei Gründe. Erstens muss man rechtzeitig planen. Wenn man seine Nachfolgeplanung erst mit 68 entwickelt, und die geht schief, dann hat man keinen zweiten Schuss. Ich wollte einfach frühzeitig an das Thema ran. Zweitens, mein Sohn Andreas ist jetzt schon 33 Jahre alt. Da werde ich nicht so egoistisch sein und mich in den Vordergrund stellen bis ich 70 bin. Die Zukunft liegt in der nächsten Generation. Und die nächste Generation will die Nachfolge auch antreten?

Andreas Rauschenberger: Ganz klar. Ich bin mit dem Wunsch, in die FirmaBezeichnung für den Namen eines Kaufmanns, unter dem dieser im Handelsverkehr seine Geschäfte betreibt und die Unterschrift abgibt.
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einzusteigen, auf meinen Vater zugekommen. Allerdings habe ich nach meinem BWL-Studium erst sieben Jahre in einem Medienunternehmen gearbeitet. Da ging es hauptsächlich um Marketing und Internet. Das sind auch die Bereiche, die ich zurzeit in unserer Firma verantworte.

Jörg Rauschenberger: Ich habe übrigens niemals die Nachfolge als Erwartungshaltung in den Raum gestellt. Ich habe bei Bekannten gesehen, wie es ist, wenn die nächste Generation mit dem Erwartungsdruck aufwächst und dann nicht damit umgehen kann. Deshalb habe ich die Nachfolge bei meinem Sohn nie thematisiert. Aber Sie haben es sich gewünscht?

Jörg Rauschenberger: Nur für den Fall, dass es ganz freiwillig wäre. Was ja auch eingetreten ist. Andernfalls hätte ich einen anderen Plan verfolgt. Können Sie Ihr Modell der Nachfolge-

regelung knapp beschreiben?

Jörg Rauschenberger: Wichtig ist, wie gesagt, dass man nicht zu spät kommt. Ich glaube, das passiert ganz vielen. Und man sollte nicht zuerst an sich selbst denken. Viele Unternehmer wollen, dass die eigenen Ideen weitergeführt werden. Das ist aber ein Widerspruch in sich. Da muss man sich zurücknehmen und an sich arbeiten. Wie ich an eine gute Zukunft mit den Nachfolgern glaube, werde ich meine Anteile nicht ganz aufgeben. Es wird so sein, dass wir bei den Gesellschaftern am Ende des fünfjährigen Überleitungsprozesses paritätische Anteilsverhältnisse haben. und mein Sohn Andreas bekommen jedoch eine Stimme mehr. Damit ist klar kommuniziert: Die Beiden haben das Sagen. Aber ich werde im Hintergrund im Unternehmen bleiben. Wie klappt das bisher so mit dem Vater als Chef?

Andreas Rauschenberger: Wir haben große Freiheiten. Den Bereich, für den ich derzeit zuständig bin, verantworte ich mit aller Konsequenz. Außerdem kommen neue Aufgaben hinzu, in die ich hineinwachse. Deshalb bin ich froh, dass es noch drei Jahre dauert, bis wir die Geschäfte führen. Natascha Müllerschön und ich werden künftig nicht im, sondern am Unternehmen arbeiten. Aus dem operativen Geschäft müssen wir uns deshalb nach und nach herausnehmen, um aus der Adlerperspektive auf die Firma zu blicken. Wir werden schauen, wo unsere Stärken liegen und wie wir uns am besten ergänzen. Da kommen Sie ins Spiel, Frau Müllerschön. Man könnte doch denken, der Sohn reicht eigentlich als Nachfolger. Warum braucht es noch eine Zweite?

Natascha Müllerschön: Man hat mir das Angebot gemacht, mich an der Firma zu beteiligen, um gemeinsam mit das Unternehmen in Zukunft zu führen. Nach mehr als sechs Jahren in der Firma war für mich klar: Ich habe hier eine Perspektive. Wie kamen Sie auf die Idee, die Nach- folge in zwei Hände zu geben?

Jörg Rauschenberger: Die Palette der Aufgaben hat sich extrem erweitert. Wir sind bereits jetzt so spezialisiert, dass es zunehmend schwerer wird, das Unternehmen als One-Man-Show zu steuern. Ich sage ganz klar: Hier haben wir zwei, die sich bestens ergänzen. Das ist für mich das Allerwichtigste. Und wie ergänzen Sie sich?

Andreas Rauschenberger: Meine Stärken und Hauptaufgaben sehe ich im Marketing und in der Unternehmenskommunikation, außerdem in unserer internen Weiterbildungseinrichtung, der Rauschenberger Academy, und in der Weiterentwicklung der Firma.

Natascha Müllerschön: Bei diesem Thema kann ich gleich anknüpfen. Bei der Umorientierung vom Partyservice zum Eventcatering habe ich mir, wie ich glaube, meine Sporen verdient. Und jetzt geht es darum, wie wir umpositionieren. Wir wollen in den nächsten Jahren zu den nationalen Playern im Eventcatering aufschließen.

Jörg Rauschenberger: Natascha Müllerschön hat ein gnadenloses Verkäufertalent. Sie geht ran an die Front und sorgt für Umsätze. Zudem hat sie die nötigen unternehmerischen Fähigkeiten, die Firma auch zukünftig weiterzuentwickeln. Andreas ist sehr strukturiert. Er kann Prozesse auf den Weg bringen und Dinge zusammenführen. Wollen Sie, Frau Müllerschön, Herr Rauschenberger, auch neue Wege gehen?

Andreas Rauschenberger: Natürlich möchten wir unsere eigene Spur legen.

Wir wollen den großen Sprung schaffen, national wahrgenommen zu werden. Wenn wir etwa in einer 1A-Lage ein tolles Restaurantobjekt angeboten bekämen, dann würden wir das machen. Auch über die Region Stuttgart hinaus. Das gilt auch für das CateringLieferung, Versorgung oder Bereitstellung von Speisen und Getränken durch einen Caterer.
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. Da wird Wachstum stattfinden. Daran glauben wir fest.

Die Fragen stellten Hendrik Markgraf und Holger Zwink

Editorial Seite 8

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