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Gastronomie Die Kleineren (9)

„Die Entscheidung habe ich nie bereut“

Weinselige Pfälzer Gemütlichkeit und prominente Gäste – das Weinhaus Henninger im Weindorf Kallstadt ist ein Beispiel für die geglückte Verbindung von alter Tradition und jungem Konzept. Seit 2003 wird das Lokal mit Erfolg von Franz Weber geleitet

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/49 vom 9. Dezember 2006
 Heinz Feller

KALLSTADT. Eigentlich hatte Franz Weber vor, zum 1. Januar 2003 als F&B-Assistant-Manager ins Raffles nach Singapur zu wechseln. „Zwei Tage vor dem Abflug bot mir Walter Henninger das Weinhaus Henninger zur Pacht an. Ich habe die Herausforderung ohne zu zögern angenommen und es niemals bereut“, sagt der 28-Jährige. Pfälzer Gemütlichkeit mit Kachelofen und Hirschgeweihen an den Wänden sei in einem Denkmal geschützten Haus aus dem Jahre 1688 natürlich eine völlig andere Welt als Singapur, bemerkte Walter Henninger, Verpächter, Mentor und Freund des Inhabers.

Zum Ambiente passen grobe Bratwurst, Leberknödel auf Weinkraut, gebackene Blutwurst auf Linsen, Schwartenmagen, angemachtes Bratwurstfüllsel und natürlich der original Pfälzer Saumagen nach altem Hausrezept. Gepökelte Schweinebacken mit Senfsauce und eine ordentliche Portion glacierte Kalbsleber und Nieren ergänzen das Angebot. Am Anfang hatte Küchenchef Christoph Braunstein aus Wien mit diesen Spezialitäten so seine Schwierigkeiten. Mittlerweile gibt es außer diesen Klassikern auch die Henningers Saisonkarte mit internationalen Gerichten.

„Mit frischen Produkten anstelle von Convenience, und die möglichst aus der Region, versuchen wir die Henninger-Erfolgsstory fortzusetzen“, fasst der Patron seine Philosophie zusammen. „Damit garantieren wir nicht nur beste Qualität an Rohprodukten, sondern auch den Fortbestand aufwändig arbeitender Erzeuger im Kampf gegen Industrieprodukte.“ Binnen drei Jahren hat sich die Anzahl der Mitarbeiter von 10 auf 22 verdoppelt. Die jährlichen Zuwachsraten im UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
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liegen im zweistelligen Bereich.

Auch ein Großbrand am 24. Juni dieses Jahres, bei dem das Weinlager, die Halle mit Lieferwagen und die komplette Stromanlage zerstört wurden, konnte ihn nicht stoppen. „Fünf Wochen mussten wir schließen – und das zur besten Jahreszeit an der Weinstraße“, beschreibt Franz Weber das Unglück. „Doch gottlob sind uns die Gäste treu geblieben, sodass wir mit den Umsatzzahlen schon wieder über dem Vorjahr liegen.“

Das Henningers kann auf prominente Gäste verweisen: „Er war mit Sicherheit der Erste, der hier im Auto vorfuhr“, sagt Weber und meint den Auto-Pionier Carl Benz, der von Ladenburg aus um das Jahr 1905 herum sonntäglich in die Pfalz tuckerte und seinen Motorwagen neben den Pferdekutschen vor dem Weinhaus Henninger abstellte.“ Dem guten Ruf der Küche folgten auch Chinas Außenminister Tschu-En-Lai, Aristoteles Onassis und Champagner-Baron Remy Heidsieck.

Zweite Säule des Betriebs ist die in diesem Sommer eröffnete „Wein-Wirtschaft“ im ehemaligen Pfarrhaus, zwei Häuser weiter: „Sie sollte kein Ableger vom Henninger werden, sondern mit eigenem Konzept eine jüngere ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
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ansprechen“, erläutert Franz Weber. „Es gibt Wein, aber auch Bier und Wirtshauskost in bestem PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
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-Leistungs-Verhältnis.“ 50 Sitzplätze an blanken Holztischen bietet der Zechkeller, 100 zusätzliche im Sommer draußen. Schoppenweine, Drinks, Cocktails zu moderaten Preisen und junge Musik runden das Weber'sche Konzept ab.Heinz Feller


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Weinhaus Henninger

Eigentümer: Walter Henninger Pächter: Franz Weber Brauerei: Privatbrauerei Mayer Restauranttyp: Vollrestaurant Preise (Hauptgerichte): 8,60 bis 19,50 Euro Sitzplätze: 60 Mitarbeiter: 14 Festangestellte, 8 Aushilfen Durchschnittsbon: 20 bis 30 Euro Kontakt: Weinstraße 93 67169 Kallstadt Telefon (06322) 2277 www. mehr...

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