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Dominik A. Huber ist Geschäftsführer der „Münchner Suppenküche“, die vor 26 Jahren eröffnet wurde. Foto: Archiv

Interview der Woche

„Ganz Asien frühstückt Suppe“

Dominik A. Huber über Ernährungstrends

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/15 vom 14. April 2007

Wann haben Sie entdeckt, welche Trendkapazität im Thema Suppe steckt?

Huber: Während meines BWL-Studiums in London sind mir besonders Konzepte wie Pret-à-Manger für Sandwiches und Suppen und Wagamama für asiatische Suppen und Pastagerichte aufgefallen. Speziell Wagamama hat mich wegen seiner hohen Servicequalität und des exzellenten Produktes überzeugt. Ein attraktives Produkt in Verbindung mit der sehr bekannten Marke Münchner Suppenküche, das muss funktionieren!

Wie hat sich der Suppenkonsum Ihrer Gäste über die Jahre verändert?

Huber: Wir haben zwei Trends festgestellt: Unsere Gäste verreisen immer öfter auch in exotische Länder, seitdem verkaufen wir sehr erfolgreich unsere Karotte-Kokos-Ingwer-Suppe und unsere köstlichen Currys. Trotzdem kann man parallel feststellen, dass viele Kunden regionale Spezialitäten wie Fränkische Kartoffelsuppe, Pichelsteiner Eintopf oder unsere Nudel Ochs schätzen.

Wie soll es weitergehen?

Huber: Als die Münchner Suppenküche vor 26 Jahren am Viktualienmarkt anfing, war sie ein Geheimtipp. Mittlerweile entwickeln sich unsere Suppenbars zum Trend. Das ist eigentlich ganz logisch, denn die Lebensgewohnheiten entwickeln sich in unsere Richtung: Die Leute haben immer weniger Zeit, außerdem steigt das Gesundheitsbewusstsein, frische, leichte und gesunde Ernährung wird immer wichtiger. Die Münchner Suppenküche eröffnet am 9. März in der Christophstrasse im Münchner Lehel den ersten Franchisebetrieb: Weitere folgen in München sowie Rosenheim, Bochum, Stuttgart, Berlin, Wuppertal, Hamburg und Dortmund.

Es gibt auch andere Suppenkonzepte. Was macht den Erfolg der Münchner Suppenküche aus?

Huber: Wir betreiben eine eigene zentrale Produktion in den Münchner Markthallen, direkt beim Gemüsemarkt und beim Schlachthof. Wir kochen jeden Tag frisch mit den Produkten des Marktes. Durch das spezielle Cook-and-chill-Verfahren ist es uns gelungen, ein Produkt herzustellen, das keine Konservierungsstoffe und kein zugesetztes Glutamat enthält und gekühlt eine Haltbarkeit von 16 Tagen hat. Wir bieten in unseren Suppenbars täglich 16 verschiedene Suppen und Eintöpfe, vier davon wechseln wöchentlich, außerdem bieten wir tägliche eine andere Tagessuppe.

Wollen Sie in den Handel gehen?

Huber: Die Industrie hat den Kunden erfolgreich suggeriert, Suppe entweder als Dose oder als Pulver zu konsumieren. Unsere Suppen sind ein Frischeprodukt ohne Konservierungsstoffe und ohne zugesetztes Glutamat, sie müssen in den Kühlschrank. Unsere Suppen werden ab April in einem attraktiven Portionsbecher im Kühlregal erhältlich sein.

Welche Suppenneuheiten planen Sie für die Zukunft?

Huber: Ganz Asien frühstückt Suppe, wir wollen testen, ob dies auch hier funktioniert. Außerdem werden wir unsere kalten Suppen wie Gazpacho – geeiste Gurkensuppe – oder Rhabarber-Erdbeer-Suppe attraktiver neben leckeren Salaten in Glasbowls auf Crushed Ice präsentieren.

Die Fragen stellte Barbara Euler

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