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Natur trifft Kultur: Beate Skusa lebt den Trend in der TraditionFoto: Uwe Wedler

Gastronomie Die Kleineren (21)

„Ich bin jetzt ganz zufrieden“

Das Polsterberger Hubhaus, einst Teil eines Pumpenwerks, liegt mitten im Wald zwischen Clausthal-Zellerfeld und dem Harzer Bergstädtchen Altenau. Die Hannoveraner Architektin Beate Skusa hat ein kleines, aber feines Restaurant daraus gemacht

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/13 vom 31. März 2007
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CLAUSTHAL-ZELLERFELD. „Als ich das hier kaufte“, hatte Beate Skusa vor vier Jahren der AHGZ gesagt, „da war ich irgendwie stark und mutig“. Heute wartet die gastronomische Seiteneinsteigerin mit der Erkenntnis auf, dass „Gastronomie richtig körperliche Arbeit“ ist. Wenn die feingliedrige Ästhetin damals auch etwas blauäugig ins Geschäft eingestiegen sein mag – heute hat sie sich mit sanfter Zähigkeit durchgebissen. „Ich bin jetzt ganz zufrieden“, sagt sie, und fügt dann hinzu: „Gut, zwischendurch wollte ich auch schon mal wieder weg.“

Aber aufgeben ist ihre Sache nicht. Beate Skusa hatte ein Konzept, das für sich genommen nicht einmal sonderlich außergewöhnlich ist. Für die Umgebung aber, in der sie es realisieren wollte, war es geradezu revolutionär. Die ehemalige Wandergaststätte mit rustikaler Eckbank und Hirschgeweih an der Wand erlebte eine wundersame Metamorphose zum stilvollen Restaurant mit schwimmenden Kerzen, Hundertwasser-Bildband, Prosecco und Brokkolicremesuppe. „Wer will uns denn hier verkohlen?“, riefen Stammgäste von früher irritiert aus.

Das hat Beate Skusa sicher nicht im Sinn. Sie ist nur der Ansicht, dass sich der Harz nicht immer und überall über seine bedeutende bergbauliche Vergangenheit und sein Brauchtum verkaufen muss. Da setzt sie auf die friedliche Koexistenz zwischen Tradition und Trend. Dabei „mache ich eigentlich gar nichts Besonderes“, sinniert die leidenschaftliche Amateurköchin. Ihre kulinarischen Leckereien jedenfalls kamen kürzlich bei der Eröffnung einer kleinen Kunstausstellung sehr gut an. Und gelegentlich musizieren junge Musiker der hannoverschen Musikhochschule bei ihr.

Werbung im klassischen Sinn hat sie nie gemacht, das tun ihre Gäste für sie, sodass ihr Haus inzwischen im Vorharzgebiet als Geheimtipp gehandelt wird. Dem Charme des Restaurants verfiel seinerzeit auch das Filmteam, als es im Oberharz den Liebesfilm „Brief eines Unbekannten“ drehte: Zufällig landete ein Teil der Crew im Hubhaus und drehte spontan zwei Szenen im Restaurant. „Am Tag nach der Ausstrahlung des Films im Fernsehen“, erinnert sich die Wirtin, „da war hier Woodstock.“

Abgehobenes macht sie nicht in der Küche. Tüten allerdings und Konservendosen gibt es nicht, und die Fritteuse flog als erstes hinaus. Ihre Karte ist klein und setzt, wo immer möglich, auf Biokost und regionale Produkte. Die Ziegenliebhaberin kauft den entsprechenden Käse auf dem Ziegenhof im benachbarten Buntenbock, das Bier kommt aus der Altenauer Brauerei Kolberg. Fleisch und Wurstwaren liefert der Bio-Fleischer, und seit neuestem verwendet sie auch Fleisch vom rückgezüchteten Harzer Roten Höhenvieh, das zunehmend marktfähig wird und immer mehr Küchenpromotion erfährt. Die spezielle Harzer Rasse grast auf den Oberharzer Bergwiesen.

Bei der völlig unromantischen Frage, worauf sie ihren Erfolg hier mitten im Wald, 800 Meter von der nächsten Straße entfernt, zurückführt, schrickt Beate Skusa fast zusammen: „Ich mache eigentlich alles so, wie ich es selbst gern habe, schließlich lebe ich hier.“

Uwe Wedler

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