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Marcel Ehlers (18) beendet im Juli seine Kochausbildung im Restaurant Hotel Königstuben in Bispingen

Andree Küsel

Interview der Woche

„Ich putze auch gern Gemüse“

Marcel Ehlers über die Anforderungen an Köche

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/2 vom 12. Januar 2008

Ist der Beruf des Kochs trotz unattraktiver Arbeitszeiten und körperlicher Beanspruchung ein Traumjob für Sie?

Ehlers: Traumjob würde ich nicht gerade sagen. Aber es ist ein Beruf, der mir Spaß macht und den ich weiter machen möchte. Da meine Eltern auch ein Restaurant besitzen, habe ich meinen Wunsch aufgegeben, Kfz-Mechatroniker zu werden. Außerdem habe ich beim Zuschauen und Mitmachen in der elterlichen Küche viel Freude am Kochen gefunden.

Bleibt überhaupt noch Zeit für Freunde und die Liebe?

Ehlers: Ja, die ist da – wird zwar weniger, aber ist noch ausreichend vorhanden. Meine Freizeit konzentriert sich jetzt nur auf andere Tageszeiträume.

Was sagen Sie, wenn Sie abends zu einer Party eingeladen sind?

Ehlers: Das kommt immer darauf an, wann. Meist ist das aber kein Problem. Wenn ich kann, frage ich meinen Chef, ob ich frei haben kann. Wenn nicht, geht der Beruf vor, wenn ja, gehe ich zur Party.

Welche beruflichen Perspektiven haben Sie?

Ehlers: Nach der Ausbildung will ich zur Bundeswehr, zur Luftwaffe, vielleicht als Koch. Danach möchte ich ins Ausland, in die Schweiz oder auf ein Schiff als Koch.

Wo probieren Sie neue Rezepte überwiegend aus?

Ehlers: Überwiegend mache ich das im Betrieb. Zu Hause eher weniger, weil meine Mutter dort dafür zuständig ist. Daran beteilige ich mich ab und zu und kann ihr manchmal sogar zeigen, was man besser machen kann. Der Spaß am Kochen ist auf jeden Fall noch geblieben. Ich koche auch für meine Freundin, aber je nach Lust und Laune. Da gibt es auch keine Lieblingsgerichte, ich koche alles gern, überwiegend Fisch (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Fisch") und Fleisch.

Was kochen Sie lieber, das feine Menü oder Hausmannskost?

Ehlers: Bei Hausmannskost wollen die Leute immer das Gleiche haben, wie sie es von ihren Eltern kennen. Bei speziellen Gerichten sind die Variationsmöglichkeiten größer, weil die wenigsten sie kennen. Da kann keiner sagen, das ist nicht richtig oder die Kohlroulade schmeckt aber nicht wie bei meiner Mutter.

Gehört Gemüse putzen und Kartoffeln schälen auch zu ihren Lieblingstätigkeiten?

Ehlers: Wir nutzen keine Fertigprodukte, weil frische Sachen einfach besser schmecken. Deshalb putze ich gern Gemüse, weil ich weiß, dass diese Frische die Qualität der von mir zubereiteten Speisen erhöht.

Die Fragen stellte Andree Küsel

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