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Martin Bihlmaier ist Juniorchef der Firma Bürger und Sprecher der Schutzgemeinschaft Schwäbische Maultaschen. Foto: Christoph Aichele

Interview der Woche

„Japaner wollen Maultaschen“

Martin Bihlmaier über regionale Spezialitäten

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/2 vom 13. Januar 2007

Auf Lebensmittel aus der Region konzentrieren sich auch andere. Wo liegt Ihre Kernkompetenz?

Bihlmaier: Wir haben 300 verschiedene Produkte im Sortiment. Unser Thema sind aber eindeutig Maultaschen, Spätzle und Schupfnudeln. Hier haben wir einen Schwerpunkt und große Marktanteile. Für die Gastronomie bieten wir ein spezielles Sortiment, das es im Lebensmitteleinzelhandel nicht gibt.

In den Kühlregalen der Supermärkte sind Ihre Produkte allgegenwärtig. Wie sprechen Sie Profiköche an?

Bihlmaier: Wir sind auf wichtigen Gastronomiemessen vertreten und haben einen eigenen Außendienst, der sich um die Gemeinschaftsverpflegung kümmert. Die Gastronomie bedienen wir unter anderem über den Großhandel und Firmen wie Service-Bund und Metro Cash & Carry.

Schwäbische Maultaschen sind eine originelle Spezialität. Sehen Sie Absatzchancen außerhalb Süddeutschlands?

Bihlmaier: Unser Potenzial sehe ich vor allem hier zu Lande. Produkte wie Maultaschen, Spätzle und Schupfnudeln sind eben erklärungsbedürftig. Dennoch: Ausgerechnet in Japan sind unsere Maultaschen sehr gefragt.

Wie entwickelt sich Ihr Umsatz?

Bihlmaier: Sehr positiv, wir hatten 2005 mehr als 100 Mio. Euro Umsatz und wachsen einstellig.

Sie haben sogar den Zander in die Maultasche gepackt. Wer ist für die Varianten verantwortlich?

Bihlmaier: Wir haben eine eigene Entwicklungsabteilung, die ständig auf der Suche nach neuen Ideen ist. Manchmal kommen Anregungen auch vom Vertrieb. Beispiele dafür sind unsere Saisonmaultaschen mit Rucola, Bärlauch, Wild, Frischkäse und weiteren Füllungen, wie „mediterran“ oder „vegetarisch“.

Was würden Sie jemandem sagen, der „Convenience“ kritisiert?

Bihlmaier: Wir nehmen frische Rohstoffe, verzichten auf Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker und arbeiten handwerklich – allerdings in größerem Umfang. So gesehen unterscheiden sich unsere Fertigprodukte nicht von denen eines Küchenchefs, der alles selber macht. Unsere Kunden profitieren zudem von der Produktsicherheit. Wir sind in den verschiedensten Bereichen zertifiziert und lassen unsere Herstellung ständig kontrollieren.

Welche Innovationen sind geplant?

Bihlmaier: In Kürze bringen wir Maultaschen, Eierspätzle und Schupfnudeln in Bioqualität auf den Markt. Außerdem werden wir uns intensiver mit leichter, fettreduzierter Küche beschäftigen. Die Wellness-Maultasche wird es aber nicht geben.

Die Gastronomie hat es nicht leicht. Wie unterstützen Sie die Branche?

Bihlmaier: Wir zeigen beispielsweise, wie sich unsere Produkte im Küchenalltag optimal einsetzen lassen. Die Gemeinschaftsverpflegung unterstützen wir außerdem mit Aktionen, Gewinnspielen und weiteren Aktivitäten.

Wie entwickelt sich die deutsche Gastronomielandschaft?

Bihlmaier: Die regionale Küche ist im Kommen und wird weiter wachsen. Das spüren wir auch an der Nachfrage. Ein weiterer Trend ist das zunehmende Bewusstsein der Verbraucher und Gäste für das Thema Ernährung.

Die Fragen stellte Christoph Aichele

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