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Felix Ahlers ist Vorstand Marketing und Vertrieb bei der Frosta AG. Das Unternehmen stellt Tiefkühlprodukte ohne Zusatzstoffe her. Foto: Helmut Heigert

Interview der Woche

„Weblog-Chancen nicht erkannt“

Felix Ahlers über Kommunikationsvielfalt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/3 vom 20. Januar 2007

Seit Juni 2005 gibt es ein Frosta-Blog im Internet. Welche Bedeutung hat das Weblog für ihr Unternehmen?

Ahlers: Wir haben täglich 6000 Leser, das sind auf das Jahr hochgerechnet Millionen Kontakte. Die Glaubhaftigkeit unserer Marke wird durch das Weblog ganz stark unterstützt. Im Januar 2003 haben wir das Frosta-Reinheitsgebot eingeführt. Dies bedeutet, dass wir auf alle Zusatzstoffe verzichten. Gleichzeitig werden alle Zutaten einzeln deklariert. Es gibt also nichts, was wir verstecken müssen. Unsere Mitarbeiter können völlig unzensiert im Frosta-Blog kommunizieren. Diese Transparenz führt dazu, dass wir bewusst auch über Schattenseiten und Fehler unseres Unternehmens berichten. Wir lassen auch negative Kommentare von Verbrauchern im Weblog stehen. Außerdem können die Kunden jedes einzelne Produkt mit einem Kommentar bewerten. All das macht die Marke glaubhafter und lebendiger.

Führen die Kommentare der Kunden im Internet auch zu einer Veränderung ihrer Produkte?

Ahlers: Wir gucken sehr viel genauer hin, was uns die Verbraucher sagen. Damit können wir unsere Produktentwicklung und unser Marketing stärker an die Wünsche der Kunden anpassen. Das kann sogar dazu führen, dass wir ein Produkt wieder vom Markt nehmen. Denn wenn alle Blogger schreiben, dass ein Produkt nicht schmeckt, ist es wahrscheinlich, dass auch die Absatzzahlen einbrechen.

Sparen sie durch das Weblog Geld in klassischer Werbung?

Wir bekommen durch das Weblog und die Internetseiten Kontakte zu Kunden, die wir sonst durch Anzeigen erreichen müssten. Unser Marketing wird durch diese Webaktivitäten stark beeinflusst. Letztendlich zahlen sich diese Aktivitäten aus.

Betreiben sie einen Online-Shop?

Ahlers: Auf unserer Homepage haben wir einen „Foodfinder“, in den Verbraucher ihre Postleitzahl eingeben können. Der Foodfinder listet dann Geschäfte mit Frosta-Produkten am Wohnort des Kunden auf. Gleichzeitig wird der Verbraucher auf die Homepage von Heine-Delikatessen in Eckernförde gelenkt, wo unsere Produkte online bestellt werden können.

Kooperieren sie mit Kunden aus dem Gastgewerbe auf ihrem Weblog?

Ahlers: Bisher kooperieren wir nicht mit Kunden aus Hotellerie und Gastronomie, aber es kann sich jeder am Weblog beteiligen. Im Gastgewerbe haben viele die Chancen von Weblogs noch nicht erkannt. Suchmaschinen sorgen für eine Auslese unter den Blogs, da nur die guten Seiten in den Vordergrund treten. Der neue Begriff des Web 2.0 bedeutet, dass User leichter Inhalte im Internet veröffentlichen können. Wer heute ein bestimmtes Produkt bei Google eintippt, landet nicht mehr auf der Website des Herstellers, sondern auf einer Verbraucherbewertungsseite. Die Leute wollen sich nicht die Werbung auf der Herstellerseite anschauen, sondern wissen, was andere Verbraucher über das Produkt sagen. Die klassischen Internetseiten werden dadurch stark entwertet. Das gilt auch für Internetseiten von Hotels. Im Reisebereich besuchen die Gäste eher Bewertungsseiten als Werbeseiten der Hotels. Die Kommentare von anderen Reisenden sind viel interessanter als die Werbebotschaft des Hoteliers. Es macht wenig Sinn, Glitzerwelten im Internet aufzubauen, die sich kein Mensch anguckt. Die Fragen stellte Helmut Heigert

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