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Interview der Woche

„Wir haben Zeitgeist geschaffen“

Olaf Philip Beck über Design-Hotels

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/49 vom 9. Dezember 2006

Das Side war im Jahr 2001 das erste 5-Sterne-Design-Hotel in Deutschland. Müssen Sie demnächst alles neu gestalten lassen?

Beck: Nach Ansicht der holländischen Trendforscherin Li Edelkoort haben wir hier in Hamburg einen unverwechselbaren Meilenstein geschaffen – wie die Hotels Delano in Miami, Metropolitan in London oder Chambers in New York. Diese Hotels stehen für sich, wie das Atlantic in Hamburg für ein altes Grand HotelHotel, das durch seine großzügige architektonische Gestaltung, die luxuriöse Ausstattung sowie Dienstleistungen auf höchstem Niveau gegenüber anderen Hotels herausragt.
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steht – man muss sie nicht neu erfinden. Wir wollten nie „in“ sein, deshalb können wir auch nicht „out“ sein.

Ist Ihr Design-Hotel noch zeitgemäß?

Wir haben mit dem Hotel Zeitgeist geschaffen. Und der Erfolg spricht für sich. Alles, was erfolgreich läuft, ist meiner Meinung nach zeitgemäß. Wir sind in Hamburg nach dem Raffles Hotel Vier Jahreszeiten das Hotel mit der höchsten Durchschnittsrate und haben eine durchschnittliche Auslastung von fast 80 Prozent im Jahr. Im Ranking des Hoteliers sind wir in diesem Jahr nach dem Marriott Hotel Hamburg auf Platz zwei in Deutschland gelandet.

Wie generieren Sie neue Gäste?

Die größte Kunst ist es, die Gäste immer wieder neu zu verführen. Die Menschen sind bereit, für unser ProduktBezeichnung für am Markt angebotene Wirtschaftsgüter .
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einen hohen PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
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zu bezahlen. Bei uns gibt es auch kein Dumping. Die sechs Prozent der Weltbevölkerung, die viel Geld besitzen, neigen ganz extrem zu Individualismus. Diese Gäste wollen nicht den Mainstream, sondern so individuell wie privat auch im Hotel wohnen. Eine unserer Maximen heißt: Sie fühlen sich bei uns garantiert nicht wie zu Hause. Einige Jahre nach uns haben auch die großen Hotelketten gemerkt, dass man mit Design Geld verdienen kann. Sobald es jedoch mehrere Hotels werden, die sich ähnlich sehen, ist es nicht mehr indivuell genug. Nur wer ein einzigartiges Design-Hotel schafft, ist auch erfolgreich.

Wie wichtig ist der Verkauf von Accessoires für ein Design-Hotel?

Es ist ein Teil des Marketingkonzepts, der unser Alleinstellungsmerkmal stärkt. Von unseren Super Sassi Möbeln verkaufen wir pro Jahr drei bis vier Exemplare. Der meistverkaufte Artikel ist unsere Vase, von der wir etwa 200 Stück pro Jahr absetzen.

Wie sieht die ZielgruppeEine von der Marketingabteilung oder vom Unternehmer festgelegte Auswahl von Marktteilnehmern, an die sich ein Angebot oder eine Maßnahme richtet .
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eines Design-Hotels aus?

Zielgruppendenken gibt es nicht mehr. Im Alter von 29 bis 69 Jahren decken wir alles ab. Der 55-jährige Banker mit Porsche will auch mal etwas Neues erleben. Deshalb haben wir auch keine Angst vor dem demographischen Wandel der Gesellschaft. Viele Frauen entscheiden sich für einen Wochenendurlaub mit ihren Männern im Side. Deshalb haben wir einen sehr hohen Frauenanteil unter den Gästen. Auch unser SpaAuf körperlichem Wohlbefinden basierende Erholungseinrichtung in einem Hotel.
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ist für die Wochenendurlauber sehr wichtig. Wir bieten als erstes Hotel die Kosmetik-Linie „Bellybutton“ für schwangere Frauen von Dana Schweiger an. Als ein Artikel darüber in der Zeitschrift Brigitte erschien, liefen bei uns die Telefone heiß. Wir haben keine Berührungsängste. Es passt auch, wenn Tennisstar Roger Federer im Sportdress zum Frühstück kommt. Es gibt keine Sakko- oder Krawattenpflicht wie in anderen 5-Sterne-Hotels. Wer sich benimmt und bezahlt, ist herzlich willkommen.

Die Fragen stellte Helmut Heigert


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