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Bernhard Dohne ist Direktor des Maritim Hotel Berlin, das vor einem Jahr eröffnet wurde. Unter seiner Führung hat sich das Haus in kurzer Zeit etabliert F

Interview der Woche

„Wir setzen auf Kooperation“

Bernhard Dohne über seine Strategie

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/42 vom 21. Oktober 2006

Sie sind ein leidenschaftlicher Läufer. Haben Sie auch in diesem Jahr wieder am Berlin Marathon teilgenommen?

Dohne: Nein, in diesem Jahr habe ich es nicht geschafft. Aber im kommenden Jahr bin ich sicherlich dabei.

Im Berliner Hotelgeschäft müssen neu eröffnete Häuser ja zuweilen auch Kondition beweisen. Wie läuft denn das Geschäft bei Ihnen ?

Dohne: Wir können uns nicht beklagen. Nach nur einem Jahr, wir haben ja erst im August vergangenen Jahres eröffnet, haben wir bereits eine durchschnittliche Auslastung von 70 Prozent. Das ist nicht schlecht.

Wie haben Sie es denn geschafft, den heißumkämpften Berliner Hotelmarkt so schnell zu bezwingen?

Dohne: Zunächst einmal: Der Berliner Markt wird kritischer betrachtet, als ich ihn empfinde. Die Perspektiven sind mit 15 Mio. Besuchern im Jahr doch gar nicht so schlecht. Der neue Flughafen wird einen Kick bringen, genauso wie es bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Fall war, bei der sich Berlin als toller Gastgeber präsentiert hat. Berlin ist trendy.

Und wie schneiden Sie sich Ihre Scheibe vom Markt ab?

Dohne: Wir haben natürlich ein gutes Angebot in unserem Kerngeschäft Tagungen. Unsere Gäste können tagen und wohnen unter einem Dach und das mitten in Berlin. Zum anderen haben wir vor zwei Monaten eine Allianz mit den Potsdamer-Platz-Anliegern Ritz Carlton, Marriott und Hyatt im Tagungsbereich geschlossen.

Aber das sind doch eigentlich Ihre Konkurrenten?

Dohne: Natürlich sind es Mitbewerber. Aber im Tagungsgeschäft nutzen wir eben Synergien. Denn keiner von uns kann bei einer Tagung mit 1000 bis 1500 Gästen alle im eigenen Haus unterbringen. Mit 505 Zimmern sind wir das größte Haus. Deshalb kooperieren wir eng, so dass bei Tagungen Zimmer in der Nähe des Tagungsortes angeboten werden können.

Wie oft finden solche großen Tagungen denn statt?

Dohne: Vier bis fünf solcher Veranstaltungen haben wir im September durchgeführt. Wir rechnen mit wenigstens zwei Veranstaltungen monatlich, also locker 20 Großtagungen im Jahr. Und das Estrel führt ja auch Kongresse durch. Zudem finden bei uns allein rund 1000 Tagungen und Veranstaltungen statt, von der 8-Personen-Klausur bis zum ADAC-Ball mit 3500 Gästen.

Wie hoch hinaus wollen Sie denn in den kommenden Jahren?

Dohne: Unsere 70 Prozent sind eine gute Basis und die wollen wir erst mal halten. Sehen Sie, ich bin Hanseat und lege daher Wert auf ein gesundes Wachstum. Schön wäre es natürlich, wenn wir in den kommenden ein bis zwei Jahren die 75 Prozent erreichen könnten.

Was fehlt Ihnen noch dazu?

Dohne: Wir müssen sicherlich noch besser werden. Seit unserer Eröffnung vor einem Jahr haben wir bereits einen hohen Standard erreicht. Aber wir müssen weiterhin lernen, lernen, lernen und die Dienstleistungsprozesse in unserem Haus weiter optimieren. In der Regel dauert es drei Jahre, bis ein Haus richtig läuft. Mit unseren Mitarbeitern werden wir das bestens schaffen. Und die wachsende Zahl an Stammkunden beweist, dass wir auf einem guten Weg sind.

Die Fragen stellte Katja Apelt

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