Interview der Woche
„Wir wollen trendiger werden“
Roland Ulmer über Internet und Umweltschutz
Das Hamburg Marriott Hotel hat 2006 mit dem besten Ergebnis seit seiner Eröffnung im Jahre 1988 abgeschlossen. Was waren die Gründe?
Ulmer: Zunächst einmal ist Hamburg ein attraktiver Standort. Hafen, Musicals, Shopping-Paradies sind nur einige Stichworte. Wenn zum Beispiel die Queen Mary kommt, spüren wir das bei der Belegung. Auch der Flughafen mit seinen neuen Direktverbindungen nach New York und Dubai wirkt sich sehr positiv aus. Von dieser Entwicklung profitiert zur Zeit die gesamte Hotellerie in Hamburg.
Gibt es auch Marriott-spezifische Erfolgsfaktoren?
Ulmer: Unser Hotel hat eine attraktive Citylage, und wir bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Darüber hinaus ist natürlich unsere Stärke, dass wir zu Marriott gehören.
Welche Vorteile hat das für Sie?
Ulmer: Nehmen Sie zum Beispiel unser Bonusprogramm Marriott Rewards. Gäste unserer Hotels können Punkte sammeln und erhalten dafür ähnlich wie bei Miles and More Prämien und Gratisübernachtungen in mehr als 2800 Hotels weltweit. Bei Marriott Rewards sind inzwischen 26 Millionen Mitglieder eingeschrieben. Ein Gast, der einmal in einem unserer Hotels gewohnt hat und Mitglied bei Marriott Rewards ist, fragt in einer fremden Stadt natürlich immer zuerst nach einem Marriott Hotel. Das Programm hat sich als äußerst wirksames Instrument zur Bindung von Stammkunden erwiesen.
Marriott ist Vorreiter bei der Internetbuchung. Welche Bedeutung hat dieser Vertriebsweg für Ihr Unternehmen?
Ulmer: In keiner anderen Hotelkette spielt die Buchung über das Internet eine so große Rolle wie bei Marriott. 2006 hat der Konzern rund 5 Mrd. Euro Umsatz über diese Vertriebsschiene erzielt. Und die Zuwachsraten sind nach wie vor zweistellig. Vor allem bei jüngeren Gästen wird die Internetbuchung immer beliebter. Hier sind wir gut aufgestellt.
Was versprechen Sie sich von der Kooperation mit der Umweltorganisation „Clean up the World“, die Ed Fuller, Präsident & Managing Director von Marriott International, auf der ITB in Berlin angekündigt hat ?
Ulmer: Marriott engagiert sich seit längerem für die Umwelt. Um unseren Hotels in Fragen des Umweltschutzes und der Energieeinsparung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, haben wir 1994 das „Environmentally Conscious Hospitality Operations Program“ (ECHO) eingeführt. Für „Clean up the World“ arbeiten 35 Millionen freiwillige Helfer in 120 Ländern. Wir versprechen uns von der Kooperation eine engere Zusammenarbeit mit Initiativen vor Ort, wie die Beteiligung an einer Aufräumaktion der Kommune und damit eine bessere Anbindung der Hotels an die jeweilige Region. Auf der anderen Seite ist Energieeinsparung das Gebot der Stunde. Marriott hat durch entsprechende Maßnahmen 2006 seine Treibhausgas-Emissionen um 70.000 Tonnen reduziert. Auch in Hamburg überlegen wir ständig, wie wir Energie einsparen können.
Welche Pläne haben Sie für das Hamburger Marriott?
Ulmer: Wir wollen trendiger werden. 2008 und 2009 wollen wir die Zimmer renovieren und mit Flachbildschirmen ausstatten. Danach erneuern wir den Fitnessbereich.
Die Fragen stellte Mathias Thurm

