Ausbildung

Die Freizeit-Profis kommen

Arbeitgeber Deutschland-Tourismus: Kaufleute für Tourismus und Freizeit wecken professionell die Lust auf Urlaub

STUTTGART. Noch ist Helena Götze so etwas wie ein Exot auf dem Arbeitsmarkt. Sie ist im dritten Jahr Auszubildende als Kauffrau für Tourismus und Freizeit bei der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Frankfurt: „Ich möchte unbedingt im Tourismus tätig sein, und bei diesem Beruf hat mir das ganze Ausbildungspaket gefallen.“

Events organisieren

Auf den noch jungen Ausbildungsberuf stieß sie bei Recherchen im Internet und über die Bundesagentur für Arbeit. Seit Ausbildungsbeginn bei der DZT hat sie bereits die Abteilungen Kooperation/Vertrieb und Presse kennengelernt, Messestände mit betreut und Praktika in der Auslandsvertretung in Brüssel sowie im Europa-Park Rust absolviert.

DZT-Ausbildungsleiterin Hella Ackermann kann für dieses Jahr auf eine erfolgreiche Premiere verweisen. „Im Januar haben unsere ersten Absolventen in diesem neuen Ausbildungsberuf nach zweieinhalb Jahren ihre mündliche Abschlussprüfung mit sehr gutem Erfolg bestanden, als erste in Deutschland überhaupt.“ Mit ihren Zeugnissen belegen sie speziell auf den Deutschland-Tourismus abgestimmte, fachlich tiefgehende Qualifikationen.

Der neue Lehrberuf „Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit“ wurde im Jahr 2005 in Deutschland eingeführt. Während der Ausbildung lernen die Nachwuchskräfte, Veranstaltungen zu organisieren und Verkaufs- und Marketingkonzepte zur Förderung des regionalen Tourismus umzusetzen.

Dazu gehört auch, Urlauber und Gäste von Gesundheits-, Wellness- und Kureinrichtungen für das touristische und kulturelle Angebot einer Region beziehungsweise eines Ortes zu begeistern. Darüber hinaus lernen die angehenden Kaufmänner/Kauffrauen, wie sie in enger Zusammenarbeit mit Partnern unterschiedlicher Branchen durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit das positive Image einer Destination fördern. Wer sein Zeugnis in der Hand hält, beherrscht zudem mindestens eine Fremdsprache.

Service ist der Schlüssel

Bis jetzt haben bei Hella Ackermann Schulabgängerinnen mit der mittleren Reife und Abiturientinnen gelernt. Wie sie selbst sagt, ist auch ein Hauptschulabschluss geeignet: „Die Bewerber müssen eine hohe Motivation zur Gästebetreuung haben und natürlich eine enorme Dienstleistungsbereitschaft zeigen – mit einem Blitzen in den Augen!“

Bewerber mit Abitur können die Ausbildung von regulär drei auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Wie bei allen Lehrberufen in Deutschland läuft die Ausbildung dual, zum Teil in den Ausbildungsbetrieben und zum Teil in der Berufsschule. Die Abschlußprüfungen nimmt die jeweils zuständige IHK ab. Bereits Erfahrung im Berufsleben sammelt Sandrina Jung. Die Abiturientin erlernte den Beruf bei den Kurbetrieben der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden: „Ein Jahr lang war ich im Incoming, ein Jahr in der Tourist-Information und anschließend im Marketing.“ Heute ist sie als Kongress- und Marketingmanagerin bei Wiesbaden Marketing im Einsatz. Und dabei fühlt sich in ihrer Berufswahl „nur bestätigt“, fasst sie ihre Erfahrungen zusammen.

Andere Kaufleute für Tourismus und Freizeit setzen ihre Karriere bei Kurbetrieben, in Freizeitparks, bei Tourist-Informationen, in Marketingorganisationen von Regionen und Ländern sowie privaten Unternehmen der Freizeitwirtschaft fort. Petra Mewes

www.deutschland-tourismus.de

berufenet.

arbeitsagentur.de/berufe/index.jsp

Erschienen in der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung, Ausgabe 2008/13, Seite A22
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