Hotelmarkt Deutschland

Die Zimmerpreise sinken wieder

Hotelverband beklagt Kaufkraftverlust durch höhere Mehrwertsteuer / Auslastung steigt jedoch

BERLIN. Trotz steigender Gästezahlen in Deutschland (siehe nebenstehenden Artikel) sinken die Durchschnittspreise für Hotelzimmer. Das hat der Hotelverband Deutschland (IHA) in seinem Hotelkonjunkturbarometer Sommer 2007 ermittelt. „Die positiven Impulse des Jahres 2006 und der Fußball-WM konnten nur zwei, drei Monate lang ins Jahr 2007 mitgenommen werden“, so der Verbandsvorsitzende Fritz G. Dreesen. Die Hoteliers spürten den Kaufkraftentzug durch die Mehrwertsteuererhöhung, der mit Verspätung beim Verbraucher angekommen sei.

Zwar stieg infolge höherer Gästezahlen nach IHA-Angaben die durchschnittliche Zimmerauslastung im ersten Halbjahr 2007 um 1,3 Prozent auf 61,8 Prozent. Doch gleichzeitig gingen die Zimmerpreise um 2 Prozent auf 85 Euro herunter. Entsprechend sank der RevPar (Erlös pro Zimmer) um 0,8 Prozent auf 52 Euro.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die MKG Consulting, die exklusiv für die AHGZ die Kettenhotellerie in Deutschland untersucht. Deren Analyse zufolge sank der Zimmerpreis im Juni 2007 gegenüber dem Vorjahresmonat um 19,5 Prozent, was nach den guten Zahlen durch die Fußball-WM zu erwarten gewesen sei. Die Auslastung legte aber um 2,1 Punkte auf 68,2 Prozent zu. (Seiten 6, 8)

Auch die Erwartungen der Top-200-Hoteliers in Deutschland spiegeln dieses Bild wider. Sie fallen für 2007 nicht so rosig aus wie für 2006 (AHGZ/Der Hotelier vom 30. Juni). Von den 156 der Top-200-Hoteliers, die eine Prognose abgaben, gehen 63,9 Prozent von einem Umsatzplus für dieses Jahr aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 88,8 Prozent. Von den Top-50-Hotelgesellschaften erwarten 84,2 Prozent ein Plus gegenüber 97,4 Prozent im Vorjahr (AHGZ/Der Hotelier vom 28. Juli).

Trotz dieser leicht pessimistischeren Prognosen ist die Stimmung in der Branche nach Einschätzung Dreesens besser als in den Jahren 2005 und 2004 – was vor allem auf die zunehmende Bedeutung Deutschlands als Reisedestination zurückzuführen ist. „Wir hoffen nun, dass die neue Lust am Deutschlandurlaub unserer Ferienhotellerie hilft und fordern die Politik auf, den leichten konjunkturellen Aufschwung in unserem Land durch verbesserte wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zu unterstützen“, so Dreesen.

Nach dem Hotelkonjunkturbarometer schneiden Hotels in Großstädten mit einer im ersten Halbjahr 2007 um 1,4 Prozent gestiegenen Auslastung am besten ab. Häuser in mittleren Städten erreichten nur noch ein Plus von 0,9 Prozent, Hotels in Kleinstädten einen Zuwachs von 0,5 Prozent. Gegen den Trend entwickeln sich Flughafenhotels, mit einem Minus von 0,5 Prozent. Betrachtet nach Kategorien liegen die Budgethotels mit einem stabilen Plus von 2 Prozent vorn, während die Luxushotels mit 1,2 Prozent unter dem Durchschnitt bleiben. Sie verzeichneten beim Preis mit 2,6 Prozent den höchsten Rückgang, während er bei den Budgethotels mit -0,5 Prozent nahezu gleich blieb.

Gewinnerin unter den Städten ist bei der Auslastung im ersten Halbjahr 2007 Rostock (+15,3%), gefolgt von Berlin (+7,1%) und Freiburg (+6,9%). Verliererin ist Hannover mit minus 6,3 Prozent. ck

Erschienen in der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung, Ausgabe 2007/32, Seite 2
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