Motivation und Kommunikation: So bleibt der Mitarbeiter treu (Seite 1 von 2)
STUTTGART. In Gastronomie und Hotellerie herrscht ein Kommen und Gehen – nicht nur bei den Gästen, auch beim Personal. Zwar ist Mobilität im Gastgewerbe vonnöten. Aber: Sie hat einen hohen Preis.
Personalfluktuation ist zeit- und kostenintensiv. Hoteliers und Gastronomen versuchen daher mit verschiedenen Mitteln, die Mitarbeiter ans eigene Haus zu binden. Motivation gilt dabei als das wichtigste Instrument. Mit diesem Pfund wuchern zum Beispiel das Kameha Grand in Bonn, die Leibniz-Klause in Berlin und das Hotel Palace Berlin.
„Nur wenn die Arbeit Spaß macht, hat man auch die richtige Einstellung“, sagt Gabriele Maessen, Direktorin des Leonardo Royal Hotels in Berlin. Maessen setzt auf Weiterbildungen, die von Leonardo eigens entwickelt werden und mit denen Mitarbeiter die Karriereleiter erklimmen.
Verbundenheit erhöhen
Die Leibniz-Klause, das Traditionsrestaurant im Berliner Bezirk Charlottenburg, kennt keine hohe Personalfluktuation. Aus gutem Grund: „Unsere Mitarbeiter sind uns sehr verbunden“, sagt Chefin Helga Knoche. „Eine Servicekraft arbeitet im 37. Jahr bei uns, eine andere im 26., und unser Küchenchef kocht bereits seit 20 Jahren für unsere Gäste.“
Knoches Rezept: „Ich bin streng, hart und herzlich, dabei immer auch gerecht.“ Gute Konditionen erhöhen die Verbundenheit der Beschäftigten mit der Leibnizklause. Dazu gehören eine eigene Betriebsrente, ein sauberes Arbeitsumfeld sowie die hohe Qualität des Essens und das relativ hohe Trinkgeld.
Etabliert und mehrfach ausgezeichnet sind die Trainingsangebote fürs Personal bei Marriott. Personalwechsel sind relativ selten. „2008 gab es im Marriott Berlin Hotel lediglich eine Fluktuation von 21 Prozent, im Vorjahr waren es sogar nur 19 Prozent und das inklusive Transfers innerhalb der eigenen Gruppe“, berichtet Thomas Guss, Chef im Haus am Potsdamer Platz.
Loyalität groß geschrieben
Selbst in der Krise nahm Marriott von Entlassungen Abstand und nutzte die Zeit beispielsweise für Schulungen. „Wir kümmern uns um unsere Mitarbeiter wie um unsere Gäste“, unterstreicht Guss. Loyalität werde groß geschrieben.
So stellt Marriott den Beschäftigten ein Restaurant zur Verfügung, das sich von einer normalen Kantine abhebt. Regelmäßige Mitarbeitergespräche gehören zum Personalmanagement genauso wie spezielle Angebote, etwa Sprachkurse im Haus. Und: „Wir starten ein bei Marriott bisher einmaliges Projekt: die Gründung eines betriebseigenen Kindergartens“, kündigt Guss an. Dadurch könne das Personal sorgenfrei arbeiten, und das Hotel übernimmt die Kinderbetreuung. „Längere Ausfallszeiten gehören damit der Vergangenheit an.“
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