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Dorint Sofitel am Alten Wall Hamburg: Das Hotel geht an den Accor-Konzern Foto: Hotel

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Accor trennt sich von Dorint

Französischer Konzern übernimmt 52 Hotels, die übrigen 41 Häuser gehen in die neue Dorint GmbH von Ebertz & Partner ein

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/3 vom 20. Januar 2007

DÜSSELDORF. Aus nach fünf Jahren: Im Zuge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Dorint AG haben sich der französische Hotelkonzern Accor und die deutsche Kette Dorint wieder getrennt. Während Accor 52 der 93 Hotels im Zuge einer Kapitalerhöhung von 52 Mio. Euro unter seine Kontrolle bringt, gehen die restlichen 41 Hotels an den Kölner Immobilienentwickler Herbert Ebertz, bisher Dorint-Aufsichtsratschef. Dessen Unternehmen Ebertz & Partner übernimmt die Häuser in die neue Dorint GmbH.

„Ich bin nicht ganz zufrieden mit dem Deal. Die bittere Pille ist, dass die drei Perlen Bayerpost München, Schweizerhof Berlin und Alter Wall Hamburg an Accor gegangen sind“, sagte Ebertz gegenüber der AHGZ und äußerte die Hoffnung, dass sich noch etwas drehen lasse. „Sonst hätten wir die 52 Mio. Euro für die neue Dorint GmbH nicht bekommen, mit denen die neue Gesellschaft auf sicheren Füßen steht.“ Man müsse manchmal Kompromisse eingehen. Immerhin behalte die Dorint GmbH noch einige Luxushäuser wie Gendarmenmarkt Berlin und Quellenhof Aachen.

Accor war seit 2002 Teilhaber der Dorint AG und hielt 34 Prozent der Anteile. Wie der Konzern mitteilt, investiert er 75 Mio. Euro in eine Beteiligung an der Dorint AG. Damit werde Accor künftig 90 Prozent an dem Unternehmen halten. Die Franzosen übernehmen dazu Anteile der Dorint-Mitgesellschafter Farallon und Ebertz. Im Gegenzug gehen an den Konzern vorwiegend an Top-Standorten acht Dorint-Sofitel-Hotels, 17 Dorint-Novotel-Hotels und 27 Mercure-Hotels. Damit betreibt der Konzern künftig als Marktführer 331 Hotels in Deutschland, darunter die Marken Ibis und Etap.

Den Vorwurf, Accor habe sich die Sahnestückchen herausgegriffen, weist Witschi zurück. „Wir haben den Hotelpark nach den strategischen Bedürfnissen der Partner aufgeteilt. Es ist nicht unsere Art, eine Gesellschaft ins Unglück laufen zu lassen. Bereits 2005 haben wir bei der Übergabe der Dorint Resort Hotels unter eigenes Management eine vorteilhafte Verteilung der Lasten eingeleitet.“ Diese verbleiben bei Ebertz. Accor geht davon aus, dass die 52 Hotels in diesem Jahr 300 Mio. Euro Umsatz mit einem Ergebnis von 10 Mio. Euro erwirtschaften.

Die Übernahme der Dorint-Hotels erfolgt nach Accor-Angaben unter sehr günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und in einer Zeit, in der die Hotellerie in Deutschland einen deutlichen Aufwärtstrend erfahre. Daher sei die Umsatzprognose trotz der negativen Erfahrungen der vergangenen Jahre realistisch, nicht zuletzt, weil die hohen Pachtzahlungen reduziert worden seien. Dorint war es gelungen, diese von 30 auf branchenübliche 25 Prozent zu senken. Das könnte auch eine gute Basis für die neue Dorint GmbH sein.

Nach den abgeschlossenen Verhandlungen umfasse die erst vor kurzem neu positionierte 4-Sterne-Marke Novotel von Accor nun 29 Hotels, und die Marke Mercure werde mit 134 Hotels die führende Marke in Deutschland sein, betonte Accor-Verwaltungsratschef Gilles Pélisson in Paris. Und Witschi fügt hinzu: „Der Buchungsstand für die ersten Monate dieses Jahres ist klar über dem Vorjahresniveau.“ Die Entwicklung werde weiterhin positiv sein.

Wie Pélisson sagte, könne Accor mit der verstärkten Präsenz in Deutschland als einem der dynamischsten Länder Europas nun die Früchte seiner Partnerschaft mit Dorint ernten. Allerdings seien derzeit die Folgen der Mehrwertsteuererhöhung noch nicht einschätzbar, meint Witschi. Der Accor-Konzern verfügt bei einem Jahresumsatz von 7,6 Mrd. Euro in 90 Ländern über 4000 Hotels mit insgesamt 475.000 Zimmern.

Hoffnung nicht nur bei Accor, sondern auch bei der neuen Dorint GmbH. „Wir haben von einigen Direktoren, die jetzt zu Accor gehören werden, schon Anfragen, ob sie nicht bei der neuen Dorint anfangen können“, so Ebertz. Er kündigt zahlreiche Veränderungen beim Neuaufbau an. Begleitet werde der Prozess weiterhin von Michael Theim, bisher Vorstandschef der Dorint AG. Er habe einen Vertrag mit Accor, der noch ein Jahr gültig sei. Wie es genau weitergeht, wird auf der Jahreshauptversammlung bekannt gegeben, die voraussichtlich am 28. Februar stattfindet.

Angesprochen auf das Gerücht, dass die Hotels der neuen Gesellschaft vor dem Verkauf an einen US-Investor stünden und von der neuen Dorint GmbH weiter betrieben werden sollen, sagte Ebertz: „Das hat nichts mit der Aufspaltung zu tun. Immobilien werden immer verkauft und gekauft. Da gibt es Anfragen von einzelnen Investoren.“

Auch nach dem Einstieg von Accor vor fünf Jahren war es Dorint nicht gelungen, sich zu behaupten. Allein im Geschäftsjahr 2005 wurde ein Verlust von 40 Mio. Euro bei einem Umsatz von 540 Mio. Euro verzeichnet. Ein Problem waren die hohen Pachten, die das Unternehmen an die von Ebertz & Partner initiierten Fondsgesellschaften zahlen musste. Diese hatten die Hotelimmobilien überwiegend finanziert. Trotz der Schwierigkeiten mit Dorint engagiert sich Ebertz & Partner weiter auf dem Hotelmarkt. Geplant ist laut Treugast ein 4-Sterne-Hotel in Berlin. Gundula Marx,

Ralf Klingsieck, Cornelia Küsel

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