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Airlines machen es vor

Hotelimmobilien: Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter über die Marktdynamik

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/27 vom 4. Juli 2009
von  

KÖLN. „Deutsche kaufen keine Immobilien, wenn sie preiswert sind. Sie kaufen erst, wenn ihnen alle anderen schon zuvorgekommen sind.“ Zu diesem Schluss kam Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank Gruppe, beim Deutschen Hotelimmobilien-Kongress in Köln. Sein Thema „Lost in Transition – oder wann kommt der Aufschwung?“

Im Hotelimmobilienmarkt werde es weiterhin schwierig sein, größere Projekte zu finanzieren. Umso wichtiger sei es, so Walter, finanzstarke Investoren für großartige Ideen zu begeistern – und damit meine er nicht das 5-Sterne-Hotel in Dubai als Urlaubsziel für die deutsche Großfamilie. Walters Tipp: Von der Dynamik des Marktes lernen, heißt vom Schicksal der Airlines lernen: „Wer früher erster Klasse flog, fliegt heute Business Class. Bei Hotels ist das nicht anders.“

Auch Walter hat noch keine Krise wie die derzeitige erlebt: „Das ist außerhalb jeglichen Erfahrungsbereiches.“ Entsetzt zeigte sich der Chefvolkswirt über die Ignoranz der Wirtschaft angesichts der Rezession, die zu erwarten gewesen sei. Nicht allein die USA seien Schuld – auch in Frankreich, Irland, England und Spanien seien die Immobilienpreise gestiegen. „Erst kollabierten die Immobilienpreise, dann der Konsum“, so Walter. Die Auswirkungen machten sich nun länder- und sektorenübergreifend bemerkbar: Investitionsgüterproduzenten haben mit stornierten Aufträgen zu kämpfen, Gastarbeiter aus den Entwicklungsländern sind weniger nachgefragt – eine Endlosspirale.

Allerdings lobte der Chefvolkswirt die rasch eingeleiteten Stabilisierungsmaßnahmen seitens der Regierungen und der Europäischen Zentralbank. Wenngleich manche Konjunkturwirkungen nicht vor 2010 eintreten würden, so der Experte. Als positive Beispiele nannte er den gesenkten Mehrwertsteuersatz in Großbritannien und die deutsche Abwrackprämie. „Noch ergiebiger gewesen wäre allerdings eine Verschrottungsprämie für alle Produkte mit Typenschildern – vom alten Heizkörper bis zur Waschmaschine“, so Walter.

Positiv überrascht zeigte sich der Experte über den gestiegenen Ifo-Geschäftsklimaindex. Ob das den Aufschwung bedeute, darauf wollte auch er sich nicht festlegen. Für nächstes Jahr erwartet er eine Stabilisierung auf schwachem Niveau. Brit Glocke

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