Anzeige

Vielseitige Geschäftsfrau: Die 35-jährige Daniela Hüttinger ist Akademikerin und Unternehmerin

© Armin Leberzammer

Erfolgreiche Hotellerie: Die Kleineren (26)

Albrecht Dürer grüßt von der Wand

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/24 vom 14. Juni 2008
von

NÜRNBERG. Eine Politikwissenschaftlerin als Hotelchefin? Daniela Hüttinger kann sich noch gut an die Bedenken der damaligen Belegschaft erinnern, als sie 1999 von ihrem Vater das Hotel Drei Raben übernahm. „Als intellektuelles Töchterchen wurde ich schon recht argwöhnisch beäugt“, gesteht die 35-Jährige. Mittlerweile hat sie dem Haus mit seinen 25 Zimmern nicht nur ihren geisteswissenschaftlichen Stempel aufgedrückt, sondern hat es auch auf dem hart umkämpften Hotelmarkt etabliert.

Das kleine Privathotel behauptet sich gegen die Ketten. Gegen die starke Konkurrenz
weiter mit Mausklick...
wehrt sich Hüttinger, indem sie eine Nische gesucht und belegt hat: Das Hotel Drei Raben ist ein Philosophenhotel. „Einen Preiskampf müssen wir nicht mitmachen“, meint Hüttinger, die vor ihrer Hotelübernahme über den „Begriff des Politischen bei den Griechen“ promoviert hat. Auf Büsten von Platon oder Aristoteles hat sie in ihren Hotelzimmern allerdings verzichtet. Lieber hat sie Nürnberger Mythen und Legenden für die Gäste aufbereitet. Jeder Raum erzählt Geschichten einer anderen Berühmtheit der Stadt Nürnberg: Albrecht Dürer, Kaspar Hauser oder Peter Henlein, der Erfinder der Taschenuhr. Kurze Texte aus deren Leben sind in großen Lettern an den Zimmerwänden zu finden, dazu – als stets wiederkehrendes Element – Stadtmotive aus Nürnberger Sandstein.

Mutiger Umbau

Um ihre Pläne umzusetzen, ließ Daniela Hüttinger den Familiensitz komplett umbauen. 1901 hatte ihr Großvater das Hotel eröffnet. „Das Haus wurde in mehreren Bauphasen entkernt, die Größe der Zimmer dabei verdoppelt“, beschreibt Hüttinger den Renovierungsprozess. Von vielen sei das Projekt als „viel zu mutig“ angesehen worden, erwähnt sie noch. Ihr ist anzumerken, dass sie diese Bedenken nie teilte. Im Gegenteil: Sie wollte es „einfach mal ausprobieren“. Die selbstbewusste Unternehmerin kann trotz ihres Titels als Dr. phil. auf genügend Fachwissen und Erfahrung in der Hotellerie zurückgreifen: „Ich kenne dieses Haus seit ich fünf Jahre alt bin.“ Zudem engagiert sich die gebürtige Nürnbergerin im VorstandNeben der Hauptversammlung und dem Aufsichtsrat eines der drei Organe einer Aktiengesellschaft.
weiter mit Mausklick...
der BHG-Kreisstelle.

Im Zuge des Umbaus wurde auch der Eingangsbereich neu gestaltet. Die Rezeption ist modern: Hinter zwei runden Empfangsinseln könnte auch ein DJ seine Platten auflegen. „Wir wollten Marketing und Design vereinen, damit es nachhaltig das wirtschaftliche Überleben sichert“, erläutert die Chefin. Zu ihren Gästen zählen Geschäftsleute und Touristen. Gerne würde sie das Hotel vergrößern. Ein Tagungsraum soll in der eng bebauten Nachbarschaft angemietet werden. „Mehr Zimmer wären auch gut.“ Da die dreifache Mutter „als letzter Ersatzmann ständig auf Abruf“ ist, müssen sich häufig ihre Mutter oder eine Kinderfrau um den Nachwuchs kümmern. „Aber ich stecke meinen Verdienst gern in die Betreuung, weil mir die Arbeit einfach Freude macht.“ Ihre positive Ausstrahlung gibt sie an das PersonalIn der Hotellerie und Gastronomie haben diese durch den Kontakt zu den Gästen einen wesentlichen Einfluss auf die vom Gast wahrgenommene Dienstleistungsqualität.
weiter mit Mausklick...
weiter. Es strahlt genauso viel Freude aus wie die Chefin selbst. Die Skeptiker von einst sind schon lange nicht mehr im Team. Armin Leberzammer


ThemenalarmKommentierenDrucken

Weitere Artikel aus Archiv vom :

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige