AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Gastkolumne

Banken mauern und Wirte trauern

Von Frank Clobes

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/10 vom 6. März 2010

In der derzeitigen Finanzkrise müssen alle Firmen die Backen zusammenkneifen. Aber wieder einmal zeigt sich, dass es für die Gastronomie besonders schwierig ist, DarlehenSchuldrechtlicher Vertrag, der den Darlehensgeber verpflichtet, einen bestimmten Geldbetrag oder eine Sache dem Darlehensnehmer zur Verfügung zu stellen.
weiter mit Mausklick...
für Investitionen zu bekommen. Während andere Firmen sogar staatlich garantierte Kredite erhalten, um bestehen zu können, sperren sich Banken bei Gastronomen. Banken mauern, Wirte trauern. (Seite 1)

Die Gründe für die Verweigerung liegen auf der Hand. Nirgendwo tummeln sich so viele Branchenfremde und ungelernte Kräfte wie im Gastgewerbe. Und nirgends wird einem der Weg dahin so einfach gemacht: keine Qualifizierungsnachweise, keine Kompetenzüberprüfung, keine festgelegte Ausbildung.

Am Beispiel Gastronomie ist das festzumachen. Niemand fragt nach, ob jemand einen Betrieb führen kann, ob er mit Mitarbeitern Ziele vereinbaren und Visionen verwirklichen kann. Oder ob er in der Lage ist, das Zahlenwerk seines Betriebes überhaupt zu überblicken und danach zu handeln. Fehlanzeige! Den Frikadellenschein gemacht und los geht's. Und mit voller Fahrt auf den Eisberg zu. Meistens erhält man den Betrieb noch ablösefrei von den Brauereien, die auch noch eine gewisse Pachtfreiheit in den ersten Monaten garantieren.

Hier muss sich viel ändern. Es müssen Richtlinien her, die die Selbstständigkeit in der Gastronomie regeln und die Hürden etwas höher legen. Den Traum von der eigenen Gastronomie soll man träumen dürfen. Aber es ist im Interesse eines jeden Wirtes, dass er geschult wird, um sein Business zu beherrschen und langfristig zu führen. Dadurch wird die Nachhaltigkeit eines Betriebs gefördert und nach und nach kehrt auch das Vertrauen der Banken wieder zurück.

Hier sind DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick...
und Kammern gefordert, Jungunternehmern etwa mit Coaches und Beratern, verpflichtenden Einführungsseminaren und Weiterbildung die Jungwirte FITfür Full Independent Tour, , Bezeichnung für Freizeitreisenden, der nicht in einer Gruppe reist.
weiter mit Mausklick...
zu machen für ihr Business. Hier müssen Mindestkenntnisse erworben werden und Fachpraxis nachweisbar sein.

Der Autor ist Unternehmensberater und

Hoga-Helfer Nutzen Sie auch die Kommentarfunktion auf

www.ahgz.de

ThemenalarmKommentierenDrucken

Weitere Artikel aus Archiv vom :

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Leser-Kommentare zum Artikel (3)

Roland F.W. Manke, Strande
Roland F.W. Manke, Strande

22.06.2010 um 15:53

Betreff: Banken mauern...

Mit Verlaub, aber das ist nun völliger Humbug! In diesem Land gibt es eine verbriefte Gewerbefreiheit. Jeder kann ein Hotel, ein Kaufhaus oder gar eine Eisengießerei nach Gutdünken betreiben. Mit Ausnahme einiger freien Berufe wie z.B. Anwalt, Arzt oder Steuerberater (und auch diese haben vermehrt Finanzierungsprobleme wen der Background nicht stimmt) benötigt niemand einen Befähigungsnachweis, selbst nicht mal Unternehmensberater oder Konkursverwalter; u.U. benötigt man bei bestimmten Betrieben eine Konzession, das ist dort auch zu begrüßen, alles andere ist lauwarmer Kaffee. Nicht umsonst wurde die urteutonische Meisterpflicht in vielen Berufen zwischenzeitlich abgeschafft. Wer einen Betrieb eröffnen will, tut das in der Regel mit Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten und auf eigenes Risiko und das ist auch gut so und wer von Kammern gar ?verpflichtende Einführungsseminare? etc. verlangt, hat das nicht verstanden. Wir brauchen keine neuen Richtlinien, schon gar nicht vom Dehoga oder anderen privaten Organisationen, die ohnehin in den Diskussionen z.B. in Sachen Mehrwertsteuer total versagt haben. Jeder ist frei in seiner Entscheidung an wen und wie er verpachtet. Wenn er sich seine Interessenten nicht anschaut, nicht überprüft, keinen Businessplan und keine Sicherheiten verlangt, ist das seine Sache, nicht die einer Kammer oder eines privaten Verbandes. Wer seiner Bank vernünftige Zahlen vorlegt, diese belegen und begründen kann und nicht eben total verschuldet ist, bekommt auch heute noch eine Finanzierung. Roland Manke, Fachmakler für Hotelimmobilien

Reinke, Ludwigshafen am Rhein
Reinke, Ludwigshafen am Rhein

22.06.2010 um 13:59

Betreff: Kontakt

Guten Tag Herr Wadefuhl, bitte setzen Sie sich mit mir in Verbindung. Ich möchte die öffentliche Plattform für die erwünschte Korrespondenz nicht nutzen. Meine E-Mail-Adresse habe ich entsprechend hinterlegt. Vielen Dank im Vorraus. Mit freundlichen Grüßen Rico Reinke

Michael Wadefuhl, Zossen
Michael Wadefuhl, Zossen

08.03.2010 um 14:43

Betreff: Qualifizierung in der Gastronomie

Sehr geehrte Leser, viel zu selten wird das Thema der Qualifizierung in der Gastronomie angesprochen. Mich graut es jedes mal, wenn man in den Medien Berichte und Reportagen über Quereinsteiger sieht und hört. Es ist eine Schande für unseren Berufsstand, das diese Missstände so öffentlich gemacht werden müssen. In vielen anderen Berufszweigen wird der Meisterbrief oder ähnliche Fachabschlüsse als Voraussetzung gefordert, um sich selbständig zu machen - warum nicht in der Gastronomie. Beim Friseur wachsen die Haare nach - eine Salomonellenvergiftung kann ungeahnte Folgen haben. Warum läßt sich Frau Merkel nicht mal von einem KFZ-Schlosser bekochen - nichts gegen diese Branche. Alle ausgebildeten Gastronomen sollten gemeinsam an dieser Front kämpfen und sich dafür einsetzen, das unser Berufsstand in seiner Qualifizierung so viel Wertschätzung erhält, wie es ihm zusteht. Die " Boulettenscheine" müssen abgeschafft werden und eine fachgerechte Ausbildung Voraussetzung zur Ausübung unseres Berufes sein.

Anzeige