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Ökologie und Ökonomie auf allen Ebenen: Den Gästen des Best Western Premier Hotel Victoria steht ein Solarmobil zur VerfügungFoto: Hotel

SPARPOTENZIAL Reduzierte Fixkosten führen langfristig zu größerem finanziellen Spielraum

Bei guter Planung klappt das Sparen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/2 vom 13. Januar 2007
von

Steigende Energiepreise, verbrauchsabhängige Steuern und Abgaben, verschärfte gesetzliche Auflagen und knappere finanzielle Spielräume: Es gibt viele Gründe, das Ressourcenmanagement eines Hotels genau unter die Lupe zu nehmen und Schritte zum Energiesparen einzuleiten. Dazu gehört nicht zuletzt eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit, gepaart mit effizienten Umweltschutzmaßnahmen.

An Fixkosten sparen

Dies sagte sich auch Roland Hassel, Inhaber des 3-Sterne-Hotel-Gasthofs Zum Ochsen in Furtwangen im Schwarzwald: „Nachhaltiges Einsparpotenzial gibt es auf lange Sicht nur bei den Fix- beziehungsweise Energiekosten.“ Der Inhaber des Traditionshauses, in dem vor allem Geschäftsreisende, aber auch Urlauber zu Gast sind, hat die Energiekosten durch Energiesparmaßnahmen auf 6,4 Prozent seines Gesamtumsatzes beziehungsweise 12,3 Prozent der betriebsbedingten Kosten gesenkt. Hassel begann mit Energiesparlampen und Perlatoren im ganzen Haus. Dafür veranschlagte der Pächter pro Zimmer rund 800 Euro. Mit Erfolg: Seine Investition hat sich nach knapp einem Jahr amortisiert, die Wasser- und Stromersparnis beträgt je nach Auslastung mindestens 35 Prozent.

Der Hotel-Gasthof liegt auf 850 Metern. In den Sommermonaten ist es nötig, mindestens 17 Stunden lang Energie zur Bereitstellung von Warmwasser und Heizkraft aufzuwenden. Dies bewog den Hotelpächter zum Kauf eines kleinen Blockheizkraftwerks. Auf den ersten Blick scheint die Investitionssumme von rund 23.000 Euro einschließlich der Inbetriebnahmetechnik hoch – doch sie hat sich gelohnt: Die erzeugte Energie wird unter anderem dazu genutzt, einen Generator anzutreiben. „Wir produzieren stündlich 5,4 Kilowatt Strom für unser Haus.“ So umgeht er teure Stromspitzen und hat den Leistungspreis für Strom aus dem Netz um fast ein Drittel verringert.

Ein weiterer Spareffekt resultiert aus dem umweltfreundlich, deutlich verringerten CO2-Ausstoß: „Über Fördergelder des Landes Baden-Württemberg konnten 20 Prozent der Investitionssumme finanziert werden“, so der Energiespar-Experte und freie Unternehmensberater Helmut Gankiewicz. Dieser berät Roland Hassel ebenso wie das Kasseler Hotel- und Gastronomieberatungsunternehmen Gemax. Der Pächter kann sich freuen: Der Betrag der monatlichen Einsparung bei den Stromkosten übersteigt die Belastung durch die Tilgung. Ganz zu schweigen von der Vergütung für die Einspeisung von selbst erzeugtem Strom im Bedarfsfall ins Netz sowie der Energiesteuer-Rückerstattung zum Jahresende. Nach gut vier Jahren wird sich Hassels Blockheizkraftwerk amortisiert haben. Schöner Nebeneffekt: Sollte der Pachtvertrag auslaufen, kann er das Blockheizkraftwerk einfach mitnehmen und woanders aufstellen.

Auch für das Familienhotel Feldberger Hof an der Talstation der Feldbergbahn hat sich die Investition in energiesparende Haus- und Gebäudeleittechnik gelohnt. „Da die Kleinen gerne den Wasserhahn laufen lassen, haben wir in allen Gästezimmern und den öffentlichen Bereichen Sensoren- oder Druckwasserhähne installiert“, so Hoteleigentümer Thomas Banhardt. Er übernahm das Haus 1993 und unterzog es einer umfangreichen energiesparenden und gleichzeitig umweltfreundlichen Sanierung.

Die Außenfassade bekam eine wärmedämmende Verkleidung. „Seitdem hat sich unser Heizaufwand deutlich reduziert. Auf 1300 Metern müssen wir zehn Monate pro Jahr heizen.“ Thomas Banhardt möchte das Blockheizkraftwerk des Hauses im kommenden Jahr auf Biodiesel umstellen. Vor kurzem hat er eine Hackschnitzelanlage eingebaut. „Wir können unseren wöchentlichen Bedarf von 80 Kubikmetern preisgünstig zukaufen und liefern lassen.“

Um sich vom Heizöl unabhängig zu machen, sind alle Gebäude der Hotelanlage über eine interne Fernleitung mit dem hauseigenen Heizsystem verbunden. „Seit wir mit Holz heizen, betragen unsere Heizkosten monatlich nur etwa 6000 bis 7000 Euro. Pro Jahr benötigen wir zusätzlich ein bis zwei Sattelzüge Heizöl zu je 30.000 Litern. Früher waren 12 Sattelzüge nötig“, führt Banhardt aus.

Der Hackschnitzelkessel einschließlich Peripherie hat 135.000 Euro gekostet, 20 Prozent wurden über öffentliche Fördermittel finanziert. Das auf Energieoptimierung spezialisierte BFE Institut für Energie und Umwelt mit Sitz in Mühlhausen hat Banhardt beraten. Das Unternehmen errechnete, dass sich die Hackschnitzelanlage in zwei Jahren amortisiert haben wird: Der Heizölverbrauch geht nochmals um 40 Prozent zurück. „Ein Sattelzug Heizöl kostet derzeit etwa 14.000 bis 16.000 Euro, je nach Ölpreis. Die Umstellung auf Holz und demnächst auch auf Biodiesel rentiert sich.“

Auch das hochmoderne Gebäudemanagement einschließlich der Wärmeleittechnik senkt die Heizkosten im Feldberger Hof, da sie den Heizverlauf überwachen, steuern und Energiespitzen vermeiden. Dazu wurde eine Maximumüberwachungsanlage installiert. Zudem ist geplant, das Brauchwasser aus der Filterwaschanlage des Hotelpools aufzubereiten und damit die Toiletten zu versorgen.

Dass sich konsequentes und ganzheitliches Umweltengagement bei der Vermarktung auszahlt, beweisen eindrucksvoll Astrid und Bertram Späth. Das Ehepaar führt seit mehr als 20 Jahren das Best Western Premier Hotel Victoria in Freiburg. Mit der Energieagentur Regio Freiburg GmbH wurde das Hotel auf ökologisches und ökonomisches Einsparpotenzial analysiert.

Beteiligung an Windkraftwerk

Das 4-Sterne-Hotel arbeitet erfolgreich nach dem europäischen Umweltmanagementmodell EMAS und ist bereits zum zweiten Mal als „umweltfreundlichstes Hotel der Welt“ ausgezeichnet worden. Das 100-Betten-Haus wird mit Holzpellets sowie thermischer Solarenergie beheizt. Durch Beteiligung an einem Windkraftwerk trägt das Best Western Premier Hotel Victoria zur Produktion von umweltfreundlichem Strom bei, der dem eigenen Verbrauch an Öko-Strom gutgeschrieben wird.

Die Palette der energiesparend und umweltfreundlich ausgerichteten Funktionen im Hotel zieht sich durch alle Bereiche: Von der Wasserstopptaste bei der Toilette bis zum Bewegungsmelder und Dämmerungsschalter. Ob recycelbare Servietten, umweltschonende Reinigungsmittel, Seifenspender oder die Umweltkarte für die Gäste zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel – mit ihrem Umweltengagement konnten Astrid und Bertram Späth viele neue Gäste gewinnen.

Bei der Best Western Deutschland GmbH in Eschborn rannte das Ehepaar Späth offene Türen ein: „Energiemanagement und Umweltschutz stehen zwar bei unseren Fachtagungen auf dem Programm, durch das Hotel Victoria haben diese Themen Dynamik erhalten“, sagt Best Western-Pressesprecherin Anke Cimbal. Elke Baumstark

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