Editorial
Berlins Hotellerie macht sich gut
Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur
Berlin ist eine Reise wert. Der altbekannte Spruch bewahrheitet sich immer mehr. Denn die Zahl der Hauptstadt-Besucher wächst ständig, vor allem der Besucher aus dem Ausland. Aber auch inländische Gäste schätzen die Stadt, in der Kultur und Party, Geschäft und Unterhaltung, Politik und Glamour so dicht beieinander liegen.
Davon profitiert die Hotellerie. So verdoppelte sich in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Übernachtungen. Keine andere Stadt kann da mithalten. Und von einem drückenden Überangebot zu sprechen, ist auch übertrieben: Denn mit dem Mehr an Betten stieg laut ghh consult seit 1997 die Auslastung erheblich, nämlich um 13 Prozent. Wobei nicht verschwiegen werden darf, dass Kleinbetriebe wie die Pensionen der Verdrängung zum Opfer fallen (Seite 10).
In den ersten fünf Monaten dieses Jahres nahmen deutschlandweit die Auslastungsraten zwar leicht zu, doch die Durchschnittspreise sanken, verknüpft mit einem realen Umsatzrückgang von 0,5 Prozent bei den Beherbergungsbetrieben. Dennoch liegt Berlins Hotellerie wieder gut im Rennen. Dies ergeben die im Auftrag der AHGZ ermittelten Marktdaten und das IHA-Barometer (Seiten 1 und 8).
Berlins Hotels sind eben immer für Überraschungen gut. So wie das Westin Grand Berlin, über dessen Abriss Mitte der 90ger Jahre debattiert wurde, und das jetzt 20-Jähriges feiert (Seite 35).
Oder das Q!. Erst seit drei Jahren am Markt, aber schon äußerst bekannt und begehrt – national wie international. Das originelle Designhotel besetzt als 5-Sterne-Haus eine Nische. Direktorin und Quereinsteigerin Eva-Miriam Gerstner verbindet in ihrem Haus Exklusivität und Kumpelhaftigkeit. Fremde zu Freunden zu machen, heißt die Devise. Models, Medienleute, Moviestars und Leute mit Money sind die begehrte Klientel – auch für den hoteleigenen Club, der schon 1300 Mitglieder zählt. Hier ist eher Partystimmung angesagt als steife Eleganz. Mittenmang die kreative Direktorin - Popstar der Berliner Hotellerie.


