PRO
Braucht die Branche Minijobs?
DEHOGA und NGG gegensätzlicher Meinung
Die ersatzlose Abschaffung der Mini- und Midijobs ist dringend geboten. Im Gastgewerbe sind in den vergangenen Jahren Vollzeitarbeitsstellen in dramatischen Ausmaßen verloren gegangen: Heute arbeiten nur noch 717.000 Beschäftigte sozialversicherungspflichtig, hingegen 642.000 in Mini-Jobs. Diese Substituierung heißt nicht nur, dass neue Löcher in die Kassen der Renten- und Sozialversicherungen gerissen werden, sondern für die Betroffenen – vor allem Frauen – ist ein Leben in Armut aufgrund fehlender Rentenbeitragszahlungen vorprogrammiert. Darüber hinaus werden die Arbeitsverhältnisse auch für Vollzeitbeschäftigte unsicherer. Hinzu kommt, dass nach vorliegenden vorsichtigen Schätzungen 70.000 bis 120.000 Menschen bei Schwarzarbeitgebern oder illegal beschäftigt sind.
Der Wegfall der Minijobs würde die Flexibilität der Beschäftigten nicht einschränken. Die Möglichkeiten der Arbeitszeitregelungen im Gastgewerbe, wie Arbeitszeitkonten oder Dienstpläne, sind so flexibel, dass der Arbeitskräftebedarf auch bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung reguliert werden kann. Gleichzeitig würden die Sozialversicherungssysteme gestärkt werden.
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Im Gastgewerbe wird besonders deutlich, dass die geringfügige Beschäftigung zu einer Subventionierung von nicht existenzsichernden Entgelten führt. Insofern geraten die Arbeitsbedingungen zusätzlich unter Druck. Daher setzen wir uns dafür ein, dass die Abschaffung der Minijobs an die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen ab 7,50 Euro pro Stunde gekoppelt wird.


