Diese Woche
Bühlerhöhe lebt weiter
Die neuen Besitzer des Schlosshotels investieren 100 Millionen Euro / Neustart ist 2013
Bühl. Das Schlosshotel Bühlerhöhe hat einen neuen Besitzer. SAP-Gründer Dietmar Hopp hat es an eine Investorengruppe verkauft (ahgz.de berichtete). Das Hotel schließt zum 1. August, die Übernahme erfolgt zum 1. Oktober. Übernommen wird nur die Immobilie, für die 120 Mitarbeiter werden „sozialverträgliche Lösungen“ gesucht.
Dies versicherte in Bühl Berthold Wipfler, Bevollmächtigter der Besitzer-Familie Hopp. Die Bühlerhöhe war im Jahr 2002 an die spanische Hotelgruppe NH Hoteles verpachtet worden. Dort habe man sich „nicht mehr gut aufgehoben gefühlt“, so Wipfler. Vor allem sei ein immenser Sanierungsstau aufgelaufen. Das sei in den vergangenen Jahren Auslöser wiederholter Auseinandersetzungen zwischen Inhaberfamilie und Pächterin gewesen. „Der Druck der Realität und der wirtschaftliche Druck“ hätten laut Berthold Wipfler nun dazu geführt, dass der Pachtvertrag mit NH Hoteles „einvernehmlich“ vorzeitig aufgelöst wurde (AHGZ vom 19. Juni).
Letztlich eröffnete erst die Möglichkeit, die Immobilie zu verkaufen, neue Wege. Neuer Eigentümer ist die in Baden-Baden ansässige und neu geschaffene Anna Maria Vermögensverwaltung GmbH, die durch Geschäftsführer Martin Ernst vertreten wird (siehe Interview auf dieser Seite). Martin Ernst verrät nichts über die Gesellschafter, deren Zahl „über eins und unter fünf“ liege. Sie seien Persönlichkeiten, die sich als Gäste zum Teil seit Jahrzehnten der Bühlerhöhe verbunden fühlen. Sie verstehen sich laut Ernst als „Mäzen für ein einzigartiges Kulturgut“ und erwarten keine Verzinsung ihrer Investition. Kauf und Generalsanierung des traditionsreichen
5-Sterne-Haus machen eine Summe von insgesamt 100 Mio. Euro aus. Darin enthalten ist auch das benachbarte Plättighotel.
Die in die roten Zahlen gerutschte Bühlerhöhe soll, so Ernst, als Luxushotel wieder in die Spitze der deutschen Hotels geführt werden. Die Investoren erwarten, dass das Hotel nach Renovierung und Umbau in der Lage sein wird, künftige Investitionen selbst zu erwirtschaften.

