Branche aktuell
Das Detail macht das Konzept
AHGZ-Gastro-Trendtag: Gastronomie-Experte Pierre Nierhaus ermutigt die Branche zu Innovationen
KÖLN. „Gute Ideen finden immer Abnehmer. Klauen Sie. Das machen die Großen auch“, forderte Pierre Nierhaus die Zuhörer beim AHGZ-Gastro-Trendtag auf der Nahrungsmittelmesse Anuga in Köln auf. Der Blick für Details lohne sich für Gastronomen ebenso wie eine bewusst andere Sicht auf die Branche. „Nicht umsonst sind oft Quereinsteiger in der Gastronomie besonders erfolgreich“, betonte der Consulter.
Insgesamt drei Mal präsentierte Nierhaus auf dem Areal des DEHOGA Marktplatz Gastronomie Branchentrends aus New York, Bangkok, Paris, London und Frankfurt und zeigte auf, wie internationale Kollegen bei ihren Gästen punkten. Für die Zuhörer gab es viel zu entdecken – und abzugucken. Wichtig dabei ist laut Nierhaus ein klares, einfaches und glaubhaftes Profil: „Die Leute müssen wissen, was sie erwartet.“ Und: Das Produkt sollte im Mittelpunkt stehen. „Ein Pommesbudenbesitzer, der zwei Größen Pommes und zwei Saucen anbietet, macht im Endeffekt vielleicht mehr Umsatz als ein Betreiber von drei Restaurants“, so der Trendscout. Besonders beliebt seien zurzeit Fast-Casual-Konzepte wie Chipotle, MoschMosch, Wagamama oder Vapiano. Die Gerichte sind schnell und individuell zubereitet, gesund und günstig. Mit warmem Design und durchdachtem Lichtkonzept stellen die Macher Restaurantatmosphäre her, obwohl es sich um Selbstbedienungskonzepte handelt.
Tipps zum Abgucken bei Vapiano: „Arrangements von Öl- und Essigflaschen auf den Tischen sehen gut aus und erleichtern dem Personal Sonderwünsche, und große Tische laden zur Community ein“, sagte Nierhaus.
Doch es muss nicht alles durchgestylt sein. „Gerade kleinere Betriebe können mit einer individuellen Einrichtung und viel Liebe zum Detail Wohlfühlatmosphäre schaffen“, ist Nierhaus überzeugt. Der Vorteil zu großen Ketten: Sie können schneller etwas verändern oder ausprobieren.
Chancen für die Gastronomie sieht er auch im Nichtraucherschutzgesetz – trotz der Einschränkungen für kleine Betriebe: „Es kommen wieder mehr Familien.“ Auch in Kinderrestaurants stecke Potenzial: „Kids sind die Gäste von morgen. Die brauchen wir, denn die Gruppe ab 25 Jahren abwärts wird dünner.“ (Seite 6) Svenja Alberti

