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Editorial

Das Grand Hotel lebt

Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/14 vom 7. April 2007

Wenn ich von einem späteren Leben im Himmel träume, dann spielt sich alles immer im Ritz ab.“ Der Lobgesang stammt aus Ernest Hemingways Feder, der nach seinen ersten Bucherfolgen die Plâce Vendôme zu seiner festen Pariser Adresse machte. 1943 „befreite“ der Literaturnobelpreisträger in Uniform das Ritz von den Deutschen, so behauptete er hartnäckig. Und als er 1958 dort zu Besuch ist, findet der Schriftsteller zwei Koffer im Keller des Hotels mit Erinnerungen an seine erste Pariser Zeit. Sie liefern den Stoff für sein letztes Buch „Paris, ein Fest fürs Leben“.

Es sind solche Geschichten, die den sagenhaften Ruf der Grand Hotels gefestigt haben. (Groß-)Schriftsteller wie Thomas Mann, Marcel Proust, Vicki Baum, Stefan Zweig oder Joseph Roth haben in Hotels gewohnt und gedichtet, sie als Räume der Inspiration genutzt und das dort Erlebte in ihre Romane einfließen lassen.

Neuerdings geraten die alten Grand Hotels, lange Zeit als Auslaufmodell gehandelt, wieder in den Blickpunkt. Zwar ist die Gesellschaft von einst, die das Hotel als Mittelpunkt kulturellen Lebens bewohnte, verschwunden. Doch die Wunschbilder bleiben, die Sehnsucht nach der Bühne für das schöne Leben existiert weiter.

Davon kündet auch eine Initiative des Münchner Literaturhauses: In einer sehenswerten Kabinettausstellung unter dem Titel „Grand HotelHotel, das durch seine großzügige architektonische Gestaltung, die luxuriöse Ausstattung sowie Dienstleistungen auf höchstem Niveau gegenüber anderen Hotels herausragt.
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– Bühne der Literatur“ erzählt sie von der Faszination der alten Palasthotels. Eine Faszination, die auch heute noch vorhanden ist. Und Ausdruck findet in der Zusammenarbeit mit 16 Münchner Hotels, kleineren wie dem Hotel Deutsche Eiche und großen wie dem Bayerischen Hof oder dem Arabella Sheraton Grand Hotel. Dort werden die von Hotels produzierten und Schriftstellern aufgeschriebenen Geschichten zu Gehör gebracht. Ein nachahmenswertes Projekt. (Seiten 10, 28)

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