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Doch, das könnte schmecken: Rezepte im „Marcipane Kochbuch“ beruhen auf kleinen Geschichten Foto: Verlag

Bücher

Das Marcipane Kochbuch

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/13 vom 27. März 2010
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Jetzt geht auch noch unter die Kochbuchschreiber. Momentan scheint der Autor omnipräsent zu sein, ist doch vor kurzem erst sein Buch „Maria, ihm schmeckt's nicht“ fürs Kino verfilmt worden. Er hat das Drehbuch geschrieben und mimt in dem Streifen in einer Mini-Rolle einen Standesbeamten. Jan Weiler ist aber auch Wirt. Er betreibt am Dorfplatz in Münsing am Starnberger See mit dem Koch Corbinian Kohn und dessen Vater ein Lokal, die .

Weiler steht aber nicht am Herd. Viel mehr sitzt er dort offenbar gerne als sein eigener StammgastBezeichnung für einen Gast, der innerhalb von zwei Jahren wiederholt in demselben Beherbergungsbetrieb übernachtet.
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, wie sein neuestes Werk „Das Marcipane Kochbuch“ vermuten lässt. Dabei geht er seinem Küchenchef mit Fragereien und Geistesblitzen ein bisschen auf den Keks, wie es scheint.

Bisweilen erinnert das Gespann an Meister Eder und seinen Pumuckl. Mit einem besonnen vor sich hin werkelnden, etwas brummigen Corbinian als Eder und einem dazwischen plappernden Pumuckl-Jan, der wahrscheinlich nicht so laut herumkräht wie der Kobold. Oder doch? Ist ja kein Hörbuch. Noch nicht.

Jan will von Corbinian wissen, woher die Cashew-Nüsse kommen. Und weil ihm die knapp geknurrte Antwort nicht genügt, recherchiert er die Herkunft seiner Lieblingsnuss und schreibt eine kleine Geschichte über die ganze Gegebenheit. Gleich auf der nächsten Seite folgt das Rezept für einen gemischten Salat mit Tomaten, Oliven, Avocado – und Cashews. Einfach und appetitlich.

Nach diesem Prinzip folgen Rezepte für Suppen, Fisch (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Fisch"), Fleisch und Nachspeisen: erst Geschichte, dann Gericht. Mit der Zeit erkennt man weitere Vorlieben, nicht nur für Cashews, sondern auch für Lemon Aceto Balsamico, der in der Marcipane-Küche nicht wegzudenken ist. Weiler und Kohn haben außerdem ein Herz für heimelige Schmorgerichte, überhaupt für bodenständige und ehrliche Küche. „Himmel und Erde“ gehört zu den Klassikern auf der Speisekarte. Außerdem: Lokalverbot für Papierservietten. Hier wird auf Stoff gekleckst.

Der ehemalige Werbetexter Weiler weiß, wie man einem den Mund wässrig macht und im Plauderton für die eigene FirmaBezeichnung für den Namen eines Kaufmanns, unter dem dieser im Handelsverkehr seine Geschäfte betreibt und die Unterschrift abgibt.
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wirbt. Das ist für Gastronomen das eigentlich Interessante daran. Und auch wenn man als Leser all die hübschen Geschichten nicht bis zum letzten Satz verputzt, von den lecker präsentierten Speisen würde man sicherlich keinen Krümel übrig lassen.

Jan Weiler
Das Marcipane Kochbuch
Rezepte Corbinian Kohn
Gräfe und Unzer Verlag
19,90 Euro

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