Thema der Woche
Dem lahmenden Markt Beine machen
Die Markenhotellerie hat dem Raten-Chaos im Internet den Kampf angesagt und setzt auf Innovationen in den Hotels, neue Angebote und Services
Der Euphorie fürs Internet als Wunderwaffe gegen die globalen Reservierungssysteme ist vielen vergangen. Selbstzweifel sind angesagt, da Preisbrecher-Angebote auf den Web-Seiten die Preisgestaltung schwieriger denn je machen. Rund 75 Prozent der Buchungen über das Internet werden auf den Homepages der einzelnen Marken getätigt. Nach einer Studie von Smith Travel Research und der Hospitality Sales & Marketing Association International (HSMAI) wuchsen im Jahr 2003 die Buchungen unter „Marke.com“ um 32,5 Prozent auf 14,8 Millionen.
So gilt die Weiterentwicklung der elektronischen Vertriebsplattformen vor allem dem kaum mehr kontrollierbaren Raten-Chaos. Diesem setzen immer mehr Ketten ihre „Best-PreisTransaktionspunkt zwischen Angebot und Nachfrage eines Produkts bzw.
weiter mit Mausklick...-“ oder „Low-Price-Garantien“ entgegen. Ob Hilton mit „Our Best Rate. Guaranteed” oder Marriott mit „Look No Further Best Rate GuaranteeSM“ – gemeint ist immer die beste verfügbare Rate, unabhängig vom Buchungsweg. Als eine der ersten Gruppen boten die Choice Hotels Europe ihre Online-Garantie „Best Choice e-Rate Guarantee“ für über 500 Choice Hotels in Europa an. Die Konzernmutter Choice Hotels International hatte diese Garantie bereits im März 2003 eingeführt.
Bei Best Western Hotels Deutschland kann man neben Frühbucher-Rabatten und Angeboten im Baukastensystem auch verhandelte Volumenpreise online buchen, demnächst in fünf Sprachen. Weltweit garantiert auch hier die „Internet Low-Rate-Garantie“, dass nirgendwo im Internet ein besserer Preis angeboten wird als auf den konzerneigenen Seiten. Beim Marketing versprechen Urlaub und Kurzurlaub weitere Wachstumspotenziale.
Mövenpicks Schwerpunkt im Verkauf und Marketing ist mit Sicherheit das „e-booking“, die Verfeinerung der Website-Möglichkeiten. Aber auch Revenue Management
weiter mit Mausklick... und der Ausbau des Verkaufsnetzes stehen im Mittelpunkt.
„Dynamisch im Netz“ geben sich neuerdings auch die Sol Melia-Hotels und gehen mit Last-Minute neue Wege im Online-Verkauf. Unter www.solmelia.com werden nicht nur Zimmer in den 350 Hotels der Gruppe verkauft, sondern auch Flüge und Mietwagen zu tagesaktuellen Preisen. Die Abwicklung erfolgt hierzulande über Travel IT, die als virtuelle Reiseagentur den administrativen Teil des Online-Bookings übernimmt.
Auch Accor ist im Netz erfolgreich, mit Zuwächsen bei Online-Buchungen im ersten Quartal 2004 um 116 Prozent. Über 160.000 Accor-Zimmer werden derzeit jede Woche per Internet reserviert. Der Anteil der Internet-Buchungen am Logisumsatz liegt bei über sechs Prozent. Print- und Fernsehwerbung, DirektmarketingZusammenfassende Bezeichnung für Marketingaktionen, die auf den direkten Kontakt mit dem Endkunden abzielen.
weiter mit Mausklick... und weitere Kommunikationsmaßnahmen sollen das Portal bei Individualreisenden besser bekannt machen.
sind der Hit
weiter mit Mausklick.... Seither stieg die Anzahl der gesamten Online-Buchungen um 150 Prozent. Derzeit werden 4 Prozent aller Hotelbuchungen online vorgenommen. Im Jahr 2007, belegt eine unabhängige Studie, werden es bereits 20 Prozent aller Hotelbuchungen sein. Als erste Hotelmarke bietet die Webseite der Hilton Worldwide Resorts seit April virtuelle Hoteltouren in 360 Grad-Version. Neu ist der Late-Check-outVerlassen des Beherbergungsbetriebs durch den Gast.
weiter mit Mausklick... bis 22 Uhr an Samstagen und Sonntagen, wenn der Gast, ein „Hilton Weekend“ bucht.
unverkäufliche
Luxusunterkünfte
weiter mit Mausklick...-Boom partizipieren und gehen demnächst weltweit mit „Leading SpaAuf körperlichem Wohlbefinden basierende Erholungseinrichtung in einem Hotel.
weiter mit Mausklick...“ an den Start, einem neuen Qualitätsmerkmal der Gruppe. Analog zur Qualitätsüberprüfung werden die Spas in Leading-Hotels anhand festgelegter Standards auf Herz und Nieren geprüft und ab 2005 mit einem Symbol kenntlich gemacht.
Schlechte Zeiten verlangen unorthodoxe Maßnahmen. Das mag sich Steigenberger Vorstandssprecher Karl Anton Schattmaier gedacht haben. Bekannt als Freund offener Worte, der auch unbequeme Entscheidungen umsetzt, zieht er ein „Downgrading“ von 5-Sterne-Hotels in Betracht, sollte sich das Reiseverhalten bei den Firmenkunden auch künftig weiter nach unten entwickeln. „Wenn wir heute unsere 5-Sterne-Produkte nicht mehr verkaufen können, werden wir über ein Downgrading auf vier Sterne nachdenken müssen“, sinniert der Hotelier.
Bei Lindner hat man registriert, dass auf den „Stammkunden von einst“ längst kein Verlass mehr ist. Vollkommen neue Vermarktungswege sind gefragt, weshalb die Düsseldorfer Hoteliers seit geraumer Zeit in der Direktvermarktung auf Partner-Marketing setzen, und zwar mit Markenartiklern, bei denen Zielgruppenüberschneidungen bestehen. „Angefangen von Aktivitäten mit Krankenkassen über Verlage bis hin zu Airlines erreichen wir neue und interessante Zielgruppen“, freut sich Finanz-VorstandNeben der Hauptversammlung und dem Aufsichtsrat eines der drei Organe einer Aktiengesellschaft.
weiter mit Mausklick... Andreas Krökel.
Star-Kickern
weiter mit Mausklick... positiv beeinflussen. Verkaufsmitarbeiter werden zum Beispiel noch stärker nach dem Gehaltsmodell „Pay per Performance“, also leistungsbezogen, entlohnt.
Die NH-Hotels Deutschland setzen 2004 hauptsächlich auf die Konsolidierung im deutschen Markt und vertiefen die begonnenen Maßnahmen zur Qualitätssteigerung in Service, Gastronomie, Technik, Dekoration und ähnlichem. Diszipliniertes Revenue-Management soll den RevPar steigern. Kundenbindung soll die Einführung der seit langem geplanten NH Kundenkarte (NH World Card) per
1. Juni 2004 verstärken.
Die Nachwuchs-Förderung der deutschen Choice Hotels mit der Fußballschule Michael Rummenigge geht ins zweite Jahr, freut sich Deutschlandchef Hans-Dieter Schiller. 2004 sind vier Hotels der Marken Clarion, Quality und Comfort Gastgeber für die Jugendcamps der berühmten Fußballschule, bei denen Ex-Profis wie Michael Rummenigge, Manfred Kaltz oder Matthias Herget Jungkicker vier Tage in die Geheimnisse von Dribbeln, Passen und Stoppen einführen.
Ritz-Carlton besinnt sich bei den Marketing-Schwerpunkten auf die „Werte der Gruppe“. Und das ist und bleibt „Service“, eben das „was wir am besten können“ kommentiert Sprecherin Marion Schumacher. In jedem Hotel sollen unvergessliche Momente geschaffen werden, die Marke stehe schließlich nicht „für Gimmicks“.