Diese Woche
Der Verbindungsmann
Als General Manager des Stadthotels Myer’s im Bezirk Prenzlauer Berg versteht sich Sascha Hilliger als Gastgeber, der für sein Haus Verantwortung übernimmt, für die Stadt Berlin und die ganze Region
Das Angebot kam überraschend: 1999 wurde Sascha Hilliger gefragt, ob er ein neues Stadthotel im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg leiten will. Hilliger war zu dieser Zeit schon seit zehn Jahren nicht mehr in der Hotelbranche, sondern im CateringLieferung, Versorgung oder Bereitstellung von Speisen und Getränken durch einen Caterer.
weiter mit Mausklick... und Partyservice aktiv, hat zum Beispiel für den Partyservice Sachse politische und kulturelle Großempfänge in Berlin ausgerichtet. Das Angebot zur Rückkehr in die Hotellerie aber war genau die Herausforderung, die Hilliger gesucht hatte.
An Kollegen appellieren
„Als Gastgeber“, sagt Hilliger, „hat man nicht nur Verantwortung für sein Haus, sondern auch für die Stadt, die gesamte Region“. Und bis heute appelliert er an seine Kollegen, sich entsprechend zu engagieren. Hilliger selbst ist auf vielfältige Weise und in zahlreichen Zusammenschlüssen und Verbänden aktiv. So hat er zum Beispiel das Myer’s mit eigenen Veranstaltungen und Ausstellungen als Kulturstandort im Bezirk etabliert. Er wirbt für sein Haus im Katalog der Berliner Filmfestspiele, unterstützt als Kulturförderer den „Teddy Award“ der Berlinale, ein Flamencofest, ein Kurzfilmfestival.
In Berlin und gerade in einem Stadtteil wie Prenzlauer Berg muss man, davon ist Hilliger überzeugt, Kultur und Tourismus verzahnen. Dem dient unter anderem sein Engagement im VorstandNeben der Hauptversammlung und dem Aufsichtsrat eines der drei Organe einer Aktiengesellschaft.
weiter mit Mausklick... des Vereins „Berlin Pro Prenzlauer Berg“, der seit einigen Jahren mit verschiedenen Partnern wie dem Bezirksamt in der Berliner Kulturbrauerei eine eigene Touristeninformation betreibt. Durch SponsoringFörderung von Personen oder Organisationen im kulturellen, sportlichen, ökologischen oder sozialen Bereich durch Unternehmen mithilfe von Geldern oder Sachleistungen.
weiter mit Mausklick... promotet der Verein den Stadtteil und sein kulturelles Angebot. Eine derartige eigene Touristeninformation sollte nach Hilligers Ansicht jeder Bezirk anstreben, weil damit sowohl das eigene als auch das Profil der Stadt insgesamt gestärkt würde.
Wie kann man die Attraktivität der Stadt und des Viertels erhöhen? Wie lässt sich das Viertel gezielter vermarkten? Wie kann man den Berlin Hype noch besser nutzen? Sascha Hilliger ist überzeugt: Die Hoteliers müssen sich für den Berliner Tourismus insgesamt stark machen, um auch selbst davon zu profitieren.
So ist der Engagierte seit zwei Jahren Mitglied des Vereins Berlin Tourismus Marketing (BTM) Partnerhotels, der Vereinigung Berliner Hoteliers, die die Berlin Tourismus Marketing GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
weiter mit Mausklick... bei der touristischen Vermarktung der Stadt unterstützen. „Die BTM holt Messen und Kongresse nach Berlin, und für uns ist die Frage, wie wir Präsenz zeigen als Berliner Hoteliers“ sagt Hilliger.
Es geht aber auch darum, wie man langfristig Berlin als Gastgeberstadt etablieren kann. Ein Schritt in diese Richtung stellte zum Beispiel die WM-Fanmeile dar. Die Schwerpunkte sieht Hilliger dabei in der Kultur, in Mode, Kunst und Filmproduktion. Diese Kreativität und Vielfältigkeit ziehe die Menschen nach Berlin. Sie gelte es zu erhalten und zu fördern.
Seit einigen Jahre werden solche Fragen auch am „Runden Tisch Tourismus“ diskutiert. Den hat das Land Berlin eingerichtet. Hilliger ist darüber hinaus in der Arbeitsgruppe Stadtmarketing der BTM aktiv und Delegierter des DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick... Berlin. In all seinen Aktivitäten sieht Sascha Hilliger vor allem die Chance und Möglichkeit, die touristische Infrastruktur zu stärken, das Profil der Metropole Berlin mit ihren so vielfältigen Bezirken zu schärfen. „Die erste Anlaufstelle ist die BTM, die zweite sind die Bezirke, und da müssen wir dem Gast etwas bieten und zeigen: Wir sind für dich aus diesen Gründen interessant.“
Mit dem Standort werben
Im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht dabei sein eigenes Haus. Hilliger versucht, gezielt Gäste aus bestimmten kulturellen und kreativen Bereichen und Branchen anzusprechen, sich auch durch eine spezielle Flexibilität auf deren Anforderungen einzustellen.
Als das Hotel im Prenzlauer Berg an den Start ging, hatte Hilliger bei der Gestaltung und Ausrichtung von Myer’s Hotel freie Hand, natürlich in Absprache mit dem Investor.
In der ersten Phase ging es vor allem darum, für das klassizistische Gebäude von 1837 eine angemessene Ausstattung zu finden und das Haus als ProduktBezeichnung für am Markt angebotene Wirtschaftsgüter .
weiter mit Mausklick... zu entwickeln: „Wie stellt man sich ein Haus vor, wen will man erreichen. Das war sehr vielfältig, sehr kreativ, zum Teil wie die Arbeit eines Innenarchitekten“ sagt Sascha Hilliger.
In der zweiten Phase war die Hauptfrage „wie werbe ich, um das Haus auf dem Markt zu platzieren“ und Hilliger hat von Anfang an darauf gesetzt, nicht mit dem Bett zu werben, sondern mit dem Standort, mit dem Design, mit kulturellen Aktivitäten. Und das ist bis heute sein Credo. Karin Rieppel