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Sie sucht die Herausforderung:Cornelia Poletto schmiedet Pläne für einen unkomplizierten Großstadt-Italiener in Hamburg Foto: Restaurant

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Die Kämpfernatur

Köchin Cornelia Poletto gibt nicht auf, auch wenn’s mal dicke kommt. Jetzt geht die Hamburgerin ein neues Restaurantprojekt an – und Italiens Küche spielt dabei eine Rolle

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/36 vom 4. September 2010
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Italien ist ihre Leidenschaft. Und so wird auch Cornelia Polettos neues Restaurant in Hamburg einen Bezug zur Stiefelrepublik im Süden Europas aufweisen. Einen „unkomplizierten Großstadt-Italiener“ hat Poletto für März 2011 angekündigt, wenn sie mit einem neuen Restaurant an den Start geht.

Die ersten Kochversuche unternahm die 39-Jährige mit einem völlig vertrockneten Fasan aus Eckhard Witzigmanns Kochbuch. „Doch die Sauce war grandios, und so blieb ich dabei.“ Heute ist die gebürtige Hamburgerin und Tochter eines Lübecker Medizinprofessors eine beliebte Fernsehköchin. Und mit ihrem Restaurant, dem Poletto an der Eppendorfer Landstraße in Hamburg, machte sie sich weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen. Nach dem Verkauf der Immobilie wird das Poletto Ende des Jahres schließen.

„Eigentlich wollte ich Tierärztin werden, aber meine Noten in Mathe waren einfach zu schlecht“, sagt Poletto und schmunzelt. Ihr Händchen fürs Kochen zeigte sich schon früh: Für ihre Kuchen und Torten heimste sie das Lob ihrer Freunde ein. „Und so kam das eine zum anderen.“ Zunächst absolvierte Cornelia Poletto die Hotelfachschule, „bevor ich meine Ausbildung bei Spitzenkoch Heinz Winkler machte“. Als Souschefin im Hamburger Sternerestaurant Anna & Sebastiano lernte sie von Anna Sgroi die Raffinesse der italienischen Küche kennen – und lieben.

„Irgendwann habe ich meinen Kochstil gefunden, eine mediterrane Küche mit italienischem Akzent. Sie ist so herrlich puristisch und macht einfach glücklich“, sagt Poletto, Mitglied der Jeunes Restaurateurs d’Europe. Wenn die Zeit es zulässt, reist Poletto gern und probiert immer wieder Neues aus. „Das ist nur leider zu selten der Fall, der Arbeitsalltag ist gut gefüllt“, sagt die Köchin aus dem Norden.

Als sie im Jahr 2000 mit ihrem damaligen Mann Remigio Poletto ihr eigenes Restaurant eröffnete, erfüllte sie sich einen Traum. Die ersten zwei Jahre waren allerdings hart. Die Einnahmen deckten nur mit Mühe die Ausgaben. „Wir wussten gar nicht, was wir als erstes zahlen sollen“, resümiert sie heute.

Den finanziellen Schwierigkeiten zum Trotz bekam die Powerfrau bereits nach zwei Jahren ihren ersten Michelin-Stern. Was sie antreibt? „Ich freue mich über jeden Gast, und die Bestätigung folgt sofort – das motiviert in harten Zeiten.“

Cornelia Poletto ist eine Kämpfernatur. „Ganz wichtig ist für mich, dass ich ein optimistischer, positiver Mensch bin.“ Als Frau in dem von Männern dominierten Beruf müsse man auch mal über sich selbst lachen können. „Ohne beleidigt zu sein, wenn Kritik kommt.“

Kochen heißt für Cornelia Poletto, kreativ zu sein. Immer wieder sucht sie die Herausforderung, beispielsweise als TV-Köchin. Momentan dreht sich aber alles um das neue Restaurant. Eifrig schmiedet Poletto nach getaner Arbeit Pläne. Wo? Bei ihren Freunden – im San Lorenzo, einem Italiener, was sonst? Verena Weustenfeld




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