Anzeige

Die Küsten punkten

Stabiler Tourismus trotz Fragezeichen bei der Konjunktur / Reiseforscher sehen Chancen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/4 vom 21. Januar 2012

Stuttgart. Werden an Nord- und Ostsee in diesem Sommer die Strandkörbe knapp? Die inländischen Reiseziele am Meer könnten im Sommer 2012 zu den Gewinnern gehören. Selbst von der Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung können die nahen Feriengebiete nach Meinung von Experten profitieren.

Das ist ein Ergebnis der Reiseverkehrsanalyse der Commerzbank, die jetzt bei der Reisemesse CMT in Stuttgart vorgestellt wurde. Dabei hatte im vergangenen Jahr noch ein regnerischer Sommer etlichen Hoteliers und Urlaubern an den deutschen Küsten die Ferienzeit getrübt.

Auch die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen erwartet in ihrer aktuellen Reiseanalyse ein gutes Reisejahr 2012. Zwar schätzten die für die Studie Befragten die Tendenz der Wirtschaft allgemein eher negativ ein. Aber die Reiseentscheidung hängt von der persönlichen Finanzlage ab. Und dabei entsprechen die Einschätzungen der Deutschen nahezu denen des Vorjahres, das ein Rekordjahr für den Deutschlandtourismus darstellt.

Ein weiterer Trend wird durch den demografischen Wandel bestimmt: Deutschland und sein Reisemarkt schrumpfen bis 2050 massiv. In der Folge werden kaufkräftige ältere Reisende Trendsetter für Gastronomie und Hotellerie. Eine alternde Bevölkerung, sinkende Geburtenraten – das alles ist heute nicht mehr wegzudiskutieren und wird Deutschland und das Reiseverhalten der Deutschen bis zum Jahr 2050 stark verändern.

„Die Folgen der demografischen Entwicklung sind nicht mehr umkehrbar, sondern nur noch gestaltbar“, sagt Werner Sülberg. Für ihn als Vorsitzenden im Ausschuss Statistik und Marktforschung im Deutschen Reise-Verband (DRV) und als Bereichsleiter Marktforschung beim Frankfurter Reiseveranstalter Dertour ist der demografische Wandel Alltagsgeschäft.

In der PauschalreiseLeistungsbündel von mindestens zwei touristischen Hauptleistungen aus dem Programm eines Reiseveranstalters, das zu einem Pauschalpreis angeboten wird.
weiter mit Mausklick...
, die seit vier Jahrzehnten die klassische Reiseform der Deutschen ist, sieht Marktforscher Sülberg daher ein Auslaufmodell: „Sie nimmt vom Zuspruch her ab dem 60. Lebensjahr rasant ab. Dann möchte niemand mehr All Inclusive buchen, Reisende haben dann individuellere Bedürfnisse.“ Eine Chance für die Gastronomie bietet das A-la-carte-Angebot beim Abendessen. Denn die Best Ager wollen auf hohem Niveau verwöhnt werden.

Außerdem bevorzugen die kaufkräftigen über 50-Jährigen in ihrem Urlaub Ziele, an denen sie ihre häuslichen Rituale beibehalten können. Eine unkomplizierte Anreise und die Möglichkeit, am Urlaubsort barrierefrei mobil zu sein, sind für sie jedoch Voraussetzung. Eine Chance für barrierefreie Hotellerie und Ferienapartments.

Auf die sich zumindest zum Teil selbst versorgende Klientel setzt verstärkt Upstalsboom (Seite 9). Während GeschäftsführerBezeichnung für das Leitungsorgan der Gesellschaft mit beschränkter Haftung .
weiter mit Mausklick...
Bodo Janssen es in der Hotellerie ruhiger angehen lassen will, ist man im Bereich der Ferienwohnungen offen für Neues. Aus aktuell 600 sollen in drei Jahren 900 bis 1000 Wohnungen werden. „Der Trend zur Ferienwohnung ist ungebrochen“, sagt Janssen.

Derzeit betreibt Upstalsboom zehn Hotels an Nord- und Ostsee, zieht sich aber zum 31. Januar als Betreiber des Hotels Feuerschiff auf Langeoog zurück. Gewachsen ist das Unternehmen 2011 um die 4-Sterne-superior-Hotelresidenz&SpaAuf körperlichem Wohlbefinden basierende Erholungseinrichtung in einem Hotel.
weiter mit Mausklick...
Kühlungsborn. Mit ihren Standorten ist die Gruppe also auch gut aufgestellt, wenn sich die PrognosePlanung der Vertriebsziele anhand vergangenheitsbezogener Daten, um voraussichtliche Entwicklungen abzuleiten.
weiter mit Mausklick...
der Commerzbank bestätigt: dass die deutsche Nord- und Ostsee in diesem Jahr mehr deutsche Urlauber anzieht. Marina Behre/Thorsten Keller


ThemenalarmKommentierenDrucken

Weitere Artikel aus Archiv vom :

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige