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Ruhelos im positiven Sinne: Elisabeth Perwanger managt Job und Familie mit links

© Hotel

Menschen

Die Vielseitige

Als Stellvertretende Direktorin im Steigenberger Frankfurter Hofist Elisabeth Perwanger eine vielbeschäftigte Managerin. Als Ehefrauund Mutter ebenso. Beides zusammen funktioniert bestens

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/25 vom 21. Juni 2008
 Barbara Goerlich

Das Bewusstsein für „Familien-Managerinnen“ ist gestiegen, seit der Slogan „Ich führe ein sehr erfolgreiches, kleines Familienunternehmen“ aus der Vorwerk-WerbungTeilbereich des Kommunikationsmixes. Mediawerbung.
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zum Kult wurde. Sagen Personalexperten. „Frau braucht einen Chef, der ihr sein Vertrauen gibt“, sagt Elisabeth „Lisa“ Perwanger. Dass Mutter sein und einen anspruchsvollen Job haben funktioniert, beweisen Perwanger und unzählige Geschlechtsgenossinnen.

Vielseitigkeit und Flexibilität sind Konstanten in Perwangers Leben. Die Stellvertretende Direktorin des Steigenberger Frankfurter Hof schafft Job und Familie mit Ehemann, zwei Kindern und einer Nanny. Schon im elterlichen Zirmerhof in Südtirol war „Anpacken“ gelebte Realität für die sechs Perwanger-Kinder. Dort war es zu ruhig für Elisabeths Geschmack, die sich nach dem Abi – an einer italienischen Schule mit Deutsch als Fremdsprache – nach Paris aufmachte.

Visionen haben

Ins Hotelfach wollte sie „keinesfalls“ – bis sie bei einem Praktikum im Ritz die Vorzüge der Branche schätzen lernte. Sie absolvierte im Hamburger Vier Jahreszeiten ihre Lehre, stand zwei Jahre in Brenner's Park-Hotel am Empfang und ging nach Bozen zurück, als Mitarbeiterin beim Hotel- und Gaststättenverband.

Als Convention Sales Manager im damals von Mövenpick geführten Parkhotel Frankfurt organisierte sie die diversen Rebrandings des Hauses, von Forte bis Le Méridien. Dann wechselte sie als Business Development Director ins Voreröffnungsbüro des Hilton Frankfurt und gehörte zum Executive Team um Wolfgang Neumann, der inzwischen zum Europa-Chef von Hilton aufgestiegen ist.

Von Neumann habe sie viel gelernt. Zum Beispiel Visionen haben und durchziehen, viel verlangen – „er hat uns förmlich ausgesaugt“ – und trotzdem menschlich bleiben. Und: Teams führen und den Überblick behalten, auf den Punkt genau fragen und ruhelos im positiven Sinne sein.

Gerhard Mitrovits bewies als Frankfurter-Hof-Chef ideales Timing. Er klopfte bei Perwanger an, als deren zweites Kind, Tochter Olivia (heute 4), ein halbes Jahr alt war und der Mutter zu Hause die Decke auf den Kopf fiel. Ähnlich wie damals, als sie mit Sohn Jacob schwanger war und bei Hilton kündigte, um „nichts zu tun“. Nur um kurz darauf, hochschwanger, als Freelance-Projektmanagerin die Neueröffnung des Hilton Cologne zu betreuen.

Seit knapp vier Jahren also der Frankfurter Hof. Ihren „32 Stunden“-Vertrag lebt sie „flexibel“. „Wenn es gilt, bin ich da“: Bei privaten Pflichtterminen wie der Seepferdchen-Prüfung von Sohn Jacob (6) oder geschäftlichen. Inhouse-Meetings wurden Perwangers Zeitplan angepasst, Auswärtstermine „müssen eben länger im Voraus geplant sein“.

Dank der Nanny haben die Kinder feste Ansprechpartner, sie sollen nicht ständig „umgetopft“ werden. Denn auch Perwangers Mann ist als Asset Manager eines US-Fonds viel unterwegs. „Organisation ohne Ende und schlechtes Gewissen gehören wohl dazu“, hat Elisabeth Perwanger festgestellt. Morgens ab 8.30 Uhr ist sie im Hotel, dessen Durchschnittszimmerraten seit ihrem Dienstantritt von 154 Euro auf 200 Euro gestiegen sind. Als Mitrovits im vergangenen Jahr ging und Reinhard Heermann als neuer Direktor noch nicht angefangen hatte, teilten sich Perwanger und ihr F&B-Kollege Kai Winkler die Aufgaben.

Positive Energie im Job

Nur Mutter? Das wäre ihr nicht genug. Gerade weil sie nicht ständig zu Hause ist, empfindet sie sich als bessere Mutter: „So habe ich positive Energie, gute Laune und bin ausgeglichen.“ Klar hadert auch Powermutter Perwanger mit sich, wenn die Kinder mal „nicht so rund laufen“. Aber: „Wäre es anders, wenn ich häufiger da wäre?“

Hoteldirektorin wollte sie nie werden. Eigentlich. Im vergangenen Sommer habe sie dann aber Blut geleckt, lacht die Managerin. „Verantwortung tragen und Qualität schaffen“ mache enorm viel Spaß. Wer ein erfolgreiches Familienunternehmen zu führen versteht, weiß eben mit vielen Bällen zu jonglieren. Barbara Goerlich


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