Editorial
Die Zeit drängt
Das Gerangel um die Ex-Interconti-Hotels in Düsseldorf und Berlin ist noch nicht zu Ende. Zumindest war das am vergangenen Mittwoch bei Redaktionsschluss so. In Berlin scheint, wie berichtet, aber alles auf ein Hilton hinauszulaufen.
Zunächst jedoch führt Dorint selbst die beiden Häuser, interimistisch. Das kommt den Hotels nicht unbedingt zugute, wie die Reaktionen von verärgerten Stammgästen zeigen. Sie sprechen der Marke Dorint im Berliner Ex-Interconti jede Anziehungskraft ab
Der Betrieb dort läuft allerdings ordnungsgemäß, auch wenn es beim Übergang auf die wichtigsten Buchungskanäle hakte. In Düsseldorf ist die Lage ähnlich, obwohl einige Stammgäste bereits abgewandert sein sollen.
So oder so: Die Zeit drängt. Dorints Image nimmt weiteren Schaden. Das kontinuierliche Geschäft könnte einbrechen. Motivierend auf die Mitarbeiter wirkt sich die Wackelpartie auch nicht gerade aus. Die guten Leute wollen unter einer renommierten Marke arbeiten. Wie lange werden sie eine Interimslösung mitmachen? In solch einer Gemengelage fallen dann auch Gerüchte über einen möglichen Stellenabbau, über Missmanagement und Liquiditätsprobleme auf fruchtbaren Boden.
Verlassen wir, liebe Leserinnen und Leser, jetzt mal die Welt der Ketten und schauen in die der Privathoteliers. Zum Beispiel in die von Brenners Park Hotel, wo jüngst die Stipendien der Alfred-Brenner-Stiftung vergeben wurden. Das ist beste Nachwuchsförderung (Seite 5). Oder blicken wir ins Gastwerk: Dort erhielt Kai Hollmann die Brillat-Savarin-Plakette. Eine Auszeichnung für einen kreativen Kopf. Für einen hanseatischen Kaufmann mit verrückten Ideen. Solche Exemplare gibt es nur in der Privathotellerie.
Die Zwischenlösung bei den Ex-Interconti-Häusern muss schnell beendet werden. Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit und nutzen Sie die Kommentarfunktion.
