Branche aktuell
Dorint-Rettung läuft auf Hochtouren
Ende des Jahres soll Lösung vorliegen / Aktionärskreise deuten mögliche Zerschlagung an
DÜSSELDORF. Für Dorint ist es „fünf vor zwölf“. Nachdem alle Anstrengungen bisher vergeblich waren, den finanziell stark angeschlagenen Hotelkonzern wieder auf finanziell sichere Beine zu stellen, wird nun hinter verschlossenen Türen über das Schicksal der 90 Hotels verhandelt. Die Liquidität ist sonst nur noch bis Anfang 2007 gesichert. Wie aus Aktionärskreisen verlautete, werde über eine Zerschlagung nachgedacht. Unternehmenssprecherin Julia Kreuteler räumte ein, dass darüber verhandelt werde, einen kleinen Teil der Hotels unter anderes Management zu stellen.
Accor Deutschland (Betreiber von 61 Dorint-Hotels) und die französische Muttergesellschaft Accor S.A, die 35 Prozent der Dorint-Aktien hält, äußern sich nicht zu den Spekulationen. Und auch Dorint-Immobilienentwickler Herbert Ebertz in Köln sowie die Dorint Hauptverwaltung in Düsseldorf hüllen sich in Schweigen. Die aktuell laufenden Verhandlungen dürften nicht gefährdet werden, meinte Kreuteler. Sie stellte lediglich klar: „Wir werden bis Ende des Jahres eine unterschriftsreife Lösung präsentieren können.“
Dorint schrieb im vergangenen Jahr rund 40 Mio. Euro Verlust bei gleichzeitig gestiegenen Umsätzen. Ein weiteres Umsatzplus sei aber nicht erkennbar, hieß es bei der Jahreshauptversammlung. Die Pachtreduzierung und die Aufgabe unrentabler Standorte hätten nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. gm
