Das Thema
Drei Fragen an
1. Welche Risiken sehen Sie mit den Hotelbewertungsplattformen auf die Hoteliers zukommen?
Gefahren sind dort vorhanden, wo einzelne Negativbewertungen eine überproportionale Gewichtung erfahren. Mehr als grenzwertig ist es auch, wenn ein Gast damit droht, eine schlechte Bewertung abzugeben, um beim Hotelier eine Sonderbehandlung abzupressen.
2. Gibt es auch Vorteile?
Wenn die Portale hinreichend manipulationssicher sind und aussagekräftige Bewertungskriterien bereitstellen, kann der Hotelier auf dieser Grundlage ein hervorragendes Benchmarking betreiben und sehen, wo seine Stärken und Schwächen im Vergleich zum Wettbewerber sind. Wenn er ein Nischenprodukt hat, eröffnen sich ihm auch zusätzliche Vermarktungschancen. Denn anhand der Angaben, die ein Gast zu seinem Alter, Einkommen oder Reisegewohnheiten in den Bewertungsplattformen hinterlässt, kann der Hotelier sein Publikum effizient erreichen.
3. Dass das Thema Hospitality 2.0 den IHA umtreibt, zeigt auch der interaktive Relaunch von www.hotellerie.de. Möchte ihr Verband mit positivem Beispiel vorangehen?
Ja, denn auch wir gehen davon aus, dass der Internetauftritt eines Hotels in Zukunft so wichtig wird wie das reale Hotel. Ein Gast wird bald kaum ein Haus aufsuchen, das nicht auch ein entsprechendes Image, eine Marke oder ein Branding im Internet hat. Der Gast wird dem Hotel auch nicht treu bleiben, wenn es nicht über den Aufenthalt hinaus den Gast im Internet durch interaktive Kundenpflege in Foren oder Communities zu binden sucht. Wir betrachten den kreativen Wettbewerb um das virtuelle Hotel als eröffnet – und dieser Wettbewerb wird immer wichtiger.
Nathalie Kopsa
Siehe auch Seite 5