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INTERVIEW DER WOCHE

Düsseldorfer Bettenboom bringt Marktbereinigung

Neue Gäste über Intensivierung des Income-Tourismus in die Stadt bringen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/10 vom 12. März 2005

Herr Ross, nun ist Düsseldorf nach Köln auch in den Fokus der Hotel-Immobilienanleger geraten. Zurzeit entsteht ein Hotel nach dem anderen. Was macht denn den Hotelstandort Düsseldorf so attraktiv? Und ganz sicher bereitet dies doch den Hoteliers der bestehenden Häuser Sorgen?

Roland Ross: Die Düsseldorfer Hotellerie lebt vor allem vom Messe- und Geschäftsreisenden. Das heißt: drei bis vier Tage pro Woche ist das Geschäft gut. Düsseldorf ist aber auf dem internationalen Markt als Wochenenddestination so gut wie nicht existent. Das muss geändert werden, wenn wir auch zukünftig unsere Auslastung halten wollen. Die Voraussetzungen dafür sind doch da. Welche Stadt hat denn schon fußläufig erreichbar mehrere Kunstmuseen, Oper, Theater, Tonhalle, die Ausgehmeilen Altstadt und Hafen, Top-Einkaufsstraßen?

Das Image Düsseldorfs als Stadt der Mode müsste eindeutig besser vermarktet werden. Mit Top-Acts wie zum Beispiel der Modenschau zum Kö-Fest mit internationalen Modells wie Naomi Campbell. Sogar unser kulturelles Angebot ließe sich besser vermarkten. Alle – auch der Einzelhandel – müssten an einem Strang ziehen, um Düsseldorf als Wochenend- und Städtereiseziel attraktiv zu machen, denn das Messegeschäft lässt nach.

17.000 Hotelbetten gab es in 2004 in Düsseldorf, von denen trotz des starken Messejahres viele leer blieben. Mit 49 Prozent Auslastung stand Düsseldorf dennoch gut im Vergleich mit anderen Städten da. Was wird sein, wenn bis Ende 2006 der Bettenberg um 30 Prozent gestiegen ist?

Ross: Knapp die Hälfte der angekündigten Zimmer ist schon auf dem Markt. Noch ist nicht sicher, ob wirklich alle kommen werden. Die bestehenden Hotels werden an der Kostenschraube drehen müssen, wenn sie die Deckungsbeiträge nicht mehr bekommen. Das heißt: der Service wird geringer. In Düsseldorf wird immer davon geredet, dass es mehr Luxushotels geben sollte. Luxus kann man sich aber auch in New York – wo 800 Dollar für Luxuszimmer bezahlt werden – nur leisten, wenn die Auslastung stimmt. Es ist eine Marktbereinigung zu erwarten, die zu Lasten der kleinen und älteren Hotels stattfinden wird.

Ganz wichtig ist, dass man sich nicht im eigenen Markt kannibalisiert. Jedes Hotel muss für sich eine Marktschiene finden. So wie das Maritim als Kongresshotel und das Cerruti-Hotel als Designhotel. Wir müssen sehen, dass wir hier andere Gästestrukturen zum Vorteil aller erreichen.

Seit der Schließung des Breidenbacher Hofs besetzen Sie die Nische der Luxushotellerie als das erste Haus am Platz fast allein. Aber sehen Sie sich durch den Bauboom Konkurrenz erwachsen – etwa durch das demnächst eröffnende Inter-Conti als Nachbar an der Kö?

Ross: Wir sind nicht nur die Hausnummer eins. Wir werden das erste Haus am Platz bleiben. Schon allein wegen des Eins-zu-eins-Verhältnisses von der Zimmer- zu der Mitarbeiterzahl. Das wird weder das Inter-Conti noch ein anderes Hotel hier so schnell bieten.

Die Fragen stellte Gundula Marx

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