Gastkommentar
Dumpingpreise, nein danke
Von Marlies Head
Eine faire und transparente Preispolitik ist heutzutage unumgänglich. Gerade im Zeitalter des Internets ist es notwendiger denn je, eine strikte Preisparität in allen Buchungskanälen zu gewährleisten. Wir dürfen unsere Gäste nicht durch unterschiedliche Preise auf unterschiedlichen Buchungskanälen in die Irre führen. Auch eine Fremdbestimmung meiner Zimmerpreise durch Mittler und Wiederverkäufer lehne ich strikt ab.
Langsam lernt auch die deutsche Hotellerie, ihre Zimmer nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage zu verkaufen. So ist es in der internationalen Hotellerie und gerade auch bei den Fluggesellschaften bereits seit Jahren üblich. Der Begriff des Yield Managements wird zusehends auch in der Privathotellerie populärer und findet Akzeptanz beim Gast.
Allerdings droht hier der Hang zur Übertreibung. Völlig überzogene Messepreise führen nur zu einem kurzfristigen Erfolg und verärgern langfristig gute und treue Stammgäste und Kunden. Das Hotel verliert seine Glaubwürdigkeit, wenn die Preisspanne zwischen dem Sonderpreis am Wochenende und der Messerate einige hundert Euro beträgt.
Das generelle Problem aber bleibt nach wie vor der durchschnittliche Zimmerpreis in Deutschland, der gerade im internationalen Vergleich leider noch immer viel zu niedrig ist. Problematisch schon allein aufgrund der stetig steigenden Betriebskosten, mit denen wir ständig konfrontiert werden.
Es ist einfach nicht möglich, dass wir diese Mehrkosten jedes Mal aufs Neue selbst tragen und uns nicht trauen, sie an unsere Gäste weiterzugeben. Der Preis sollte vor allem produkt-
orientiert sein.
Ich stehe zu meinem Produkt und werde mich nicht auf die teilweise absurden Dumpingpreise einiger Mitbewerber einlassen. Im Gegenteil: Im Madison Hotel Hamburg haben wir den durchschnittlichen Zimmerpreis in diesem Jahr um etwa zehn Euro steigern können und haben so auf Stromerhöhung, zusätzliche Kabelgebühren, Buchungsgebühren und Weiteres reagiert.


