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Klassifizierung

Echte Sterne lügen nicht

Nur wer offiziell klassifiziert ist, darf Sterne führen. Ein TV-Bericht sorgt für Unruhe.

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2013/4 vom 26. Januar 2013
 Susannne Stauß

STUTTGART. „Jedes zweite Hamburger Hotel protzt in den gängigen Internet-Portalen wie Hotel.de und HRS mit Sternen. Tatsächlich haben viele von ihnen aber gar keine DEHOGA
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-Sterne“, schreibt die Hamburger Morgenpostam 16. Januar. Die Vorlage für den Bericht hatte eine in der ARD ausgestrahlte Plusminus-Sendung geliefert. Sie zeigte Missstände wie Dreck, löchrige Matratzen oder mieses Frühstück in deutschen „3- oder 4-Sterne”-Hotels. Die Übeltäter hatten allerdings keine offiziellen Sterne, sondern waren nach den „Sternen“ bekannter Internetportale ausgesucht worden oder schmückten sich mit Eigenkreationen. In die Kritik geriet dabei die gesamte Branche sowie der DEHOGA als zu lascher Verband beim Ahnden von Sternetäuschern.

„Die genannten Medien berichteten ausschließlich positiv über die Deutsche HotelklassifizierungKlassifizierung nach einem in Deutschland bundesweit einheitlichen System, die vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband nach diversen Vorläufermodellen einzelner Landesverbände seit Herbst 1996 mit dem Markenprodukt "Deutsche Hotelklassifizierung"vorgenommen wird.
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. Kritisiert wurden zu Recht nichtklassifizierte Betriebe, die dennoch mit Sternen werben“, sagt , GeschäftsführerBezeichnung für das Leitungsorgan der Gesellschaft mit beschränkter Haftung .
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des Hotelverbands Deutschland (IHAAbk. für Hotelverband Deutschland.
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). „Ob ein Betrieb gültig klassifiziert ist, lässt sich anhand der auf .de zur Verfügung stehenden Datenbank tagesaktuell von jedermann leicht überprüfen.“ Fakt ist: Die Wettbewerbszentralen gehen gegen Hoteliers vor, die fälschlicherweise mit DEHOGA-Sternen werben. Allerdings müssen die Fälle erst einmal durch Mitbewerber oder den Verband gemeldet werden. „Wir hatten aus Hamburg noch keine Meldungen. Die Bayern und Rheinländer gehen deutlich aktiver dagegen vor“, sagt Hans-Frieder Schönheit von der Wettbewerbszentrale Hamburg. Schwarze Schafe erhielten für ihre Irreführung eine AbmahnungIm arbeitsrechtlichen Sinn eine offizielle Verwarnung aufgrund des konkreten Fehlverhaltens eines Mitarbeiters.
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. Fruchte dies nicht, gehe es mit einstweiliger Verfügung und Unterlassungsklage vor Gericht.

Diskussionen um die Sterne-Klassifizierung werden immer wieder aufs Neue angeheizt. Zuletzt hatte Dieter Müller von MotelBeherbergungsbetrieb, der mit einem Hotel zu vergleichen ist, jedoch in der Regel über kein Restaurant verfügt.
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One Ende 2012 mit der Ankündigung für Wirbel gesorgt, seine Hotels nicht mehr klassifizieren zu lassen. Mitbewerber wie B&B oder Accor bekannten sich aber klar zur (AHGZvom 1. Dezember). Auch Marco Nussbaum, Geschäftsführer von Prizotel aus Bremen, wurde nach einer sternefreien Testphase Fan der offiziellen Sterne als objektive Messlatte. Andere, wie die Winters Hotel Company, prüfen für jedes Haus individuell, ob Sterne Sinn machen – was bei vier von sieben Hotels zutrifft. Geschäftsführer Gerhard Winter: „Nur das offizielle Medium DEHOGA-Sterne verschafft uns bei bestimmten Kunden ganz klare Wettbewerbsvorteile.“ Auch alle Fleming’s Hotels sind klassifiziert und sollen es bleiben. Geschäftsführer Hartmut Schroeder: „Das Problem ist wirklich die Grauzone. Der Verband muss mehr Öffentlichkeitsarbeit)Maßnahmen zur Pflege der Beziehung von Unternehmen zu ihrem öffentlichen Umfeld mit dem Ziel, bei den nach Interessen gegliederten Anspruchsgruppen Stakeholder) Verständnis und Vertrauen zu gewinnen bzw.
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nach außen machen.“

Die Message scheint angekommen zu sein: „Wir haben über diese Zusammenhänge und Hintergründe alle klassifizierten Betriebe bereits mittels unseres Sterne-Newsletters informiert und werden hier auch einen Schwerpunkt unserer Öffentlichkeitsarbeit im Jahr 2013 setzen. Zudem werden wir die Zusammenarbeit mit der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs im Rahmen unserer Möglichkeiten noch einmal intensivieren,“ sagt Luthe.

aus: AHGZ Nr. 4/2013 vom 26.01.2013 Hier geht's zum kompletten Inhalt dieser Ausgabe

Fazit: Aufklärungsarbeit beim Kunden über die Qualität der Verbandssterne ist nötig. Außerdem sollten Hoteliers beim Ahnden von Missbräuchen helfen. Susanne Stauß www.hotelsterne.de


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Autorin
Raphaela Kwidzinski
Redakteurin der AHGZ
E-Mail: redaktion@ahgz.de
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