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Eine von vielen Spendenaktionen: Gemeinsam mit den Kollegen aus Bayern, Thüringen und Hessen füllten Wolfgang Trabert vom „Schützenhaus“ in Kaltennordheim, Dieter Kehl vom Gasthof-Landhaus Kehl in Tann-Lahrbach und Fred Goldbach vom Hotel-Restaurant

Thema der Woche

Eine beispiellose Spendenbereitschaft

Mit zahllosen Aktionen unterstützten Hotels, Restaurants, Freizeitparks und Reiseveranstalter die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/3 vom 22. Januar 2005

STUTTGART Noch nie war die Anteilnahme für die Opfer einer Naturkatastrophe so groß, noch nie wurde so viel Geld gespendet wie jetzt anlässlich des verheerenden Seebebens im Indischen Ozean. Einen bedeutenden Beitrag zu der immer noch wachsenden Spendensumme haben Hotelketten, Privathotels, Restaurants und Reiseveranstalter geleistet, sei es durch direkte Spenden oder durch Aktionen innerhalb der Belegschaft sowie gemeinsam mit Gästen und Kunden. Die AHGZ-Redaktion möchte dieses vielfältige Engagement dadurch würdigen, dass sie eine kleine Auswahl von Initiativen vorstellt.

So sammelten beispielsweise Mitarbeiter und Gäste von 37 Kempinski-Hotels weltweit 70.000 Euro für die Tsunami-Opfer. Im Rahmen eines Charity-Empfangs im Berliner Hotel Adlon wurde der Betrag der Thailändischen Botschafterin und dem thailändischen Roten Kreuz übergeben.

Das Berlin Marriott Hotel hat auf eine Feier seines ersten Geburtstags verzichtet, schon deshalb weil ein Schwesterhotel, das JW Marriott Phuket Resort and Spa direkt betroffen ist. Das Haus will dafür bei der Gemeinschaftsaktion zwischen dem Roten Kreuz und Marriott International mitzuhelfen. Die J. Willard und Alice S. Marriott Stiftung hat bereits 1 Mio. Dollar für die Opfer der Tsunami-Welle bereit gestellt. Nun bitten die Hotels ihre Mitarbeiter, Gäste, Freunde und Partner in aller Welt zu spenden. Weiterhin wurden 25.000 Dollar gespendet, um den Mitarbeitern des JW Marriott Phuket Resort and Spa zu helfen, deren Zuhause wiederherzustellen.

Die Accor Hotellerie Deutschland startete einen konzernweiten Spendenaufruf und richtete einen Hilfsfonds. Man stellte Gratis-Hotelzimmer für Reisende aus den Flutgebieten vor dem Weiterflug zur Verfügung. Davon sei „hundertfach Gebrauch gemacht worden“.

Die Mitarbeiter aus Küche und Service im Hotel Krone im pfälzischen Hayna sammelten von Weihnachten bis Silvester ihre Trinkgelder zugunsten der Opfer. Die Krone-Familie Kuntz-Schlindwein waren über die zu Herzen gehende Aktion ihrer Mitarbeiter, die exakt 1574,50 Euro erbrachte, so beeindruckt, dass sie spontan den Betrag auf 3.150 Euro verdoppelten und ihn dem allgemeinen Spendentopf zur Verfügung stellten.

Ob in Hessen, Bayern oder Thüringen – die Mitglieder des Rhöner Charme verständigten sich spontan, unbürokratisch und Länder übergreifend. Die 60 Hoteliers, Gastwirte (und ebenso die Landwirte) stellten einen Teil ihrer Silvester- oder Neujahrseinnahmen dem „Rhöner Charme-Spendenkochtopf“ zur Verfügung (siehe Foto). Insgesamt 9000 Euro wurden innerhalb weniger Tage eingesammelt. Dieser Betrag soll jetzt den Opfern der Flutkatastrophe in Südostasien zugute kommen.

In den Häusern der Seminaris-Gruppe kamen zum Jahreswechsel 14.000 Euro als Spende für die Opfer der Flutwelle im Indischen Ozean zusammen. Die Auswirkungen des Tsunami haben bei Mitarbeitern, Geschäftsleitung und Gästen der Seminaris Hotels & Tagungszentren eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, und der Betrag wurde auf das Unicef-Hilfskonto überwiesen.

Auch der Europa-Park im baden-württembergischen engagierte sich. In einer gemeinsamen Aktion von Parkbesuchern, Hotelgästen, Mitarbeitern und der Inhaberfamilie Mack wurde ein Betrag von 25.900 Euro gesammelt. Die Mitarbeiter von Deutschlands größtem Freizeitpark verzichteten spontan auf das traditionelle Saisonabschlussfest, um stattdessen einen Betrag von 12.000 Euro für die Opfer und den Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten zu spenden. Weitere Spenden kamen von den Gästen der Silvestergala und den Besuchern im Park. Am letzten Tag der Winteröffnung spendete das Unternehmen für jeden Parkbesucher einen Euro. Engagiert haben sich auch die Rektoren der Realschulen der Region sowie Vertreter des Oberschulamtes und des Schulamtes in Offenburg. Rund 1000 Euro kamen bei einer Schulleiter-Tagung im Europa-Park zusammen. Der Gesamtbetrag geht an die Welthungerhilfe, die als eine der großen Organisationen im Katastrophengebiet engagiert ist. Die Präsidentin der Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble, wird die Spende Anfang März von Europa-Park-Chef Roland Mack entgegennehmen.

Eine ebenso interessante wie amüsante Aktion haben sich zehn Gastronomen in Ulm einfallen lassen: Unter dem Motto „Gassenhauer für Asien“ veranstalteten sie ein fünfstündiges Open-air-Spektakel rund um die Fischergasse, dessen Erlöse zum großen Teil gespendet wurden. Stolze 17.000 Euro konnten am Schluss der Caritas und dem Deutschen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt werden. Initiator Michael Freudenberg vom Gasthaus Wilder Mann freute sich über das Interesse von rund 7000 Besuchern.

Die Gäste der Silvestergala im Steigenberger Parkhotel Düsseldorf spendeten 3000 Euro für die Flutopfer in Südasien. Die Summe wurde, wie Verkaufs- und Marketingleiterin Britta Germann mitteilte, auf das Konto „Deutschland hilft“ eingezahlt.

Die Hilton-Hotelgruppe meldet Spenden in Höhe von 200.000 britischen Pfund, also umgerechnet rund 287.000 Euro. Die Gelder gehen an „übergreifende Organisationen wie das Rote Kreuz“.

Auch der Harald Wohlfahrt Palazzo unterstützt die Tsunami-Opfer. Im Rahmen der Silvester-Veranstaltungen in Stuttgart und Hamburg kamen bei spontanen Spendensammlungen unter dem Motto „Spenden statt Böllern“ insgesamt 2472 Euro zusammen. Das Palazzo-Team will diese Summe noch verdoppeln und den Betrag dann an „Ärzte ohne Grenzen“ überweisen.

Das Seebeben traf nicht zuletzt die Tourismuswirtschaft. Wie die Reisebranche vor Ort half, ist bekannt – was sie darüber hinaus spendete und welche Hilfsaktionen gestartet wurden, geht aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur TDT hervor:

Air Berlin spendete 100.000 Euro und nahm Touristen aus dem europäischen Ausland gratis mit, die bis dorthin, aber nicht weiter kamen. Daneben wurde Ausrüstung von „Ärzte ohne Grenzen“ gratis befördert.

Alltours spendet 250.000 Euro bis Ende 2005, die Verwendung steht noch nicht fest.

Ein Mitarbeiter-Hilfsfonds bei Carlson Wagonlit Travel soll 250.000 US-Dollar (umgerechnet 191.000 Euro) bringen. Die Firmenleitung verdoppelt die Summe – bis zu einem Betrag von 500.000 US-Dollar.

Die Deutsche Bahn hat bis jetzt 400.000 Euro durch Bahn-Mitarbeiter gesammelt. Der Konzern verdoppelt den eingehenden Betrag, sammelt in Bahnhöfen und stellt Sachleistungen über seine Logistik-Tochter zur Verfügung.

Die Hilfsleistungen von Deutsche Lufthansa überstieg in den ersten zehn Tagen 2 Mio. Euro. Lufthansa bittet Mitarbeiter, eine Stunde ihrer Arbeitszeit zu spenden, der Gegenwert fließt auf das Spendenkonto der Hilfsallianz.

Der Marktführer der Reiseversicherer, die Europäische Reiseversicherung „hat gespendet und wird auch weiterhin spenden“, legt die Höhe von Spenden aber „grundsätzlich bei allen humanitären Aktionen nicht offen.“

Der Flughafen Frankfurt am Main gewährleistet Betreuung und medizinische Versorgung von „über 3000 Flutopfern“ nach deren Rückkehr durch ein Helferteam von „70 bis 80 Mitarbeitern“. Ein Hilfsfonds ist noch in Planung.

Der Reiseveranstalter L‘Tur hat ungeliebte Weihnachtsgeschenke über Ebay zugunsten der Welthungerhilfe versteigert. Insgesamt erwartet die Geschäftsleitung einen „fünfstelligen Spendenbetrag“.

Die Spende von Rewe Touristik beläuft sich auf 100.000 Euro. Weitere 150.000 Euro, die von Mitarbeitern gespendet wurden, gehen an Hilfsprojekte. Die 800 Reisebüros des Konzerns starten zudem ein Patenschaftsprojekt.

An das Rote Kreuz in Asien überweist Singapore Airlines eine 150.000-Euro-Spende. Außerdem werden Hilfsgüter kostenlos transportiert. Singapore-Airlines-Mitarbeiter in Deutschland sammelten insgesamt 3000 Euro.

Eine Ad-hoc-Spende von 15.000 Euro überwies Studiosus Reisen an die „Aktion Deutschland hilft“. Daneben wird der Betrag einer Mitarbeitersammlung durch die Firma verdoppelt. Außerdem sollen „langfristige Fördermittel“ für betroffene Küstenregionen zur Verfügung gestellt werden, nachdem bislang bereits für Länder in Südasien Beträge zwischen 3500 Euro (Sri Lanka) und 38.000 Euro (Thailand) gespendet wurden.

Stuttgarter Messe- und Kongressgesellschaft veranstaltete eine Spendenaktion auf der CMT. Der während der ersten Reisemesse des Jahres gesammelte Betrag wird vom Veranstalter „mit Sicherheit aufgestockt“.

Tui spendet einen Betrag in Höhe von 1,25 Mio. Euro, ein Großteil davon wird für den Wiederaufbau eines Dorfes auf Sri Lanka ausgegeben.

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