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Team mit guten Ideen: Harald Knieps und Petra Pickel kochen nicht nur mit Bier. Sie führen ihre Gäste auch durch die BrauereiFoto: Thorsten Keller

Erfolgreiche Gastronomie Die Kleineren (51)

Eine Brauerei für die ganze Familie

Das Vulkan-Brauhaus in Mendig hält die Biertradition der Stadt am Leben. Bier-Gerichte und kostenloses Essen für Kinder machen das Brauhaus in der Region beliebt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/17 vom 26. April 2008

MENDIG. 153 Treppenstufen führen hinunter in das Heiligtum der Brauerstadt Mendig im Landkreis Mayen-Koblenz: in die Bierkeller des Ortes. Wo einst Lava floss, kühlen die Brauer heute ihr Bier. Das einzigste betriebsfähige Kühllager befindet sich heute unter der Vulkan Brauerei. Hier halten Geschäftsführerin Petra Pickel und Küchenchef Harald Knieps die Mendiger Biertradition am Leben.

Wie ein roter Faden zieht sich das eigene Gebräu durch die Speisekarte des Restaurants. Nahezu in jedem zweiten Hauptgericht steckt eine Verbindung zum Gerstensaft. Mehr als 3000 Hektoliter Bier stellt die kleine Voreifel-Bauerei im Jahr her. Mehr als die Hälfte der eigenen Bierproduktion fließt im Ausschank direkt an die Brauereigäste. Mit einer Doppelstrategie gelingt es Petra Pickel, ihre 23 Vollzeitmitarbeiter auch außerhalb der Touristensaison zu beschäftigen.

Ihr Hauptaugenmerk hat die Geschäftsführerin auf die Gäste aus der Region gesetzt. Im Umkreis von 50 Kilometern rund um Mendig besitzt das Brauhaus einen hervorragenden Ruf. „Wir bieten unseren Gästen auf dem Teller und im Glas sehr gute Qualität zu vernünftigen Preisen“, beschreibt Küchenchef Harald Knieps das Erfolgsrezept der Brauerei. Ein weiterer Erfolgsgarant ist die Kinderfreundlichkeit. Für Kinder, die kleiner sind als 1,20 Meter ist das Essen im Vulkan-Brauhaus umsonst – es zählt die Markierung an der Biermesslatte. Viele junge Familien aus der Region kommen deshalb gerne in die Brauerei.

Rund 20 Prozent zum Jahresumsatz steuern jedoch auch Bustouristen bei. Sie kommen, um den nahegelegenen Nürburgring, das Kloster Maria Laach und den Laacher See zu besuchen. Das Brauhaus liegt direkt an der Autobahn, also günstig für Busreisende. An lauen Sommerabenden brauchen Petra Pickel und Harals Knieps nicht um Gäste zu werben. Denn dann spielt sich das Leben rund um die Brauerei im 250 Plätze großen Biergarten ab. „Solange es nicht in Strömen regnet, ist der Biergarten im Sommer offen“, betont Petra Pickel.

Die Gästezahlen bestätigen den Erfolg von Brauhaus und Biergarten. „Wir haben uns von unseren Gästen formen lassen“, erläutert Harald Knieps eine seiner Speisekartenphilosophien. Jedes Jahr werden die Gerichte auf der Karte neu aufgestellt. Das, was letztlich neu auf die Brauhaus-Karte kommt, entscheiden die Gäste. Ihre Anregungen haben in den vergangenen Jahren bereits manchen überraschenden Gaumenschmaus kreiert. „Wir hätten vor zehn Jahren niemals gedacht, dass ein Gericht wie Schweinebauch mit dicken Bohnen jemals auf unserer Karte landen würde“, betont Harald Knieps. Darum findet sich auf der Brauhauskarte nicht mehr nur Kulinarisches mit Bierbezug, sondern auch lokale Köstlichkeiten.

Seit zehn Jahren bietet die Brauerei außerdem Führungen durch Keller und Brauhaus an. Der Felsenkeller unter der Brauerei ist heute Kühllager und Denkmal zugleich. Von den 28 Mendiger Brauern ist heute nur das Vulkan-Brauhaus geblieben. Nach der Erfindung der Kühlmaschine im Jahr 1876 wanderten die Brauereien aus der Stadt ab. Thorsten Keller

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