Editorial
Ende gut, alles gut
Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur
Alle sind erleichtert: Dorint, Interconti, aber auch andere Marktteilnehmer und -beobachter.
Die meisten fragen sich allerdings: Wieso das ganze Theater? Wieso konnten sich Pächter Dorint und Betreiber Intercontinental Hotel Group (IHG) nicht eher über das Schicksal der Häuser in Köln, Düsseldorf und Berlin einigen. Womöglich ging es aber nicht anders für IHG, um aus der Sandwich-Position zwischen Pächter und Eigentümer herauszukommen.
Eine gute Figur machten die Kontrahenten, vor allem Dorint, in diesem Poker nicht. Viel Porzellan wurde zerschlagen, unschöne Details, Anschuldigungen und Gerüchte machten die Runde, verunsicherten die Mitarbeiter und den Markt.
Jetzt ist alles wieder gut. Davon profitieren auch die Hotelmärkte in Düsseldorf und Berlin. Intercontinental wirkt dort stabilisierend und zieht Geschäft in beide Städte, was auch den Wettbewerbern gut bekommt. Dorint ist nun die Last der Pachten los. Interconti wiederum hat die Pachten mit den Eigentümern neu ausgehandelt – und es rechnet sich wohl. Allein wegen der tollen Standorte ist IHG also nicht zurückgekehrt.
Auch die Eigentümer werden besser mit nur einem Partner, der Betreiber und Pächter in einem ist, zurecht kommen. Also doch: Ende gut, alles gut. Das Hotel Intercontinental Berlin stand übrigens 2010 recht gut da. Im Exklusiv-AHGZ-Ranking der Top 200 umsatzstärksten Einzelhotels liegt es auf Platz vier. Ingesamt ging es den Häusern bei Umsatz und Ertrag erwartungsgemäß besser als noch im Krisenjahr 2009.
