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Flexi ist sexy

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2004/47 vom 20. November 2004

Die Berliner Feiertagsposse ist gottlob beendet. Der 3. Oktober bleibt nationaler Feiertag. Das bei seiner Streichung angeblich entstandene Wachstum von 0,1 Prozent ist einem plötzlichen Nationalgefühl zum Opfer gefallen. Das Gute daran: Die Grünen erklären die Feiertagsdiskussion zum Zwecke der Anhebung des Wachstums grundsätzlich für beendet. Damit kann die deutsche Tourismuswirtschaft aufatmen, denn Feier- und Brückentage bleiben wie bisher unangetastet. Sie sind wichtiger Bestandteil für den Tourismus in Deutschland. Sie geben den Menschen in dieser unsicheren Zeit wieder Gelegenheit aus ihrer selbst verordneten Zwangssparjacke auszubrechen. Tourismuswirtschaft, Hotellerie und Gastgewerbe sind insbesondere auch auf Kurzurlauber angewiesen. Im Moment liegt weniger Urlaub sowie Urlaub im eigenen Lande ohnehin im Trend. Wir können ruhig weiterfeiern. Aber irgendwie muss das Problem gelöst werden. Da kommt der Ruf nach Mehrarbeit, einer 40-Stunden-Woche oder vielleicht noch mehr. Nein: Nicht Mehrarbeit, sondern Flexibilität ist gefragt. Nicht alle „Gleichschritt marsch nach Schema F“ – die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche für alle ist nicht der richtige Weg zum Ziel. Flexi ist sexy. Flexibles Arbeiten schafft Wachstum, während starre Arbeitsbedingungen KostenDer in Geldeinheiten bewertete Verbrauch von Produktionsfaktoren und Dienstleistungen, der zur Erstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung erforderlich ist.
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verursachen und Angebotsfreundlichkeit dabei auf der Strecke bleibt. Das Gastgewerbe praktiziert dies schon seit langem. Flexibilität im Angebot von Dienstleistungen ist für diese Branche überlebenswichtig. Ladenschluss, Sperrzeiten, Außengastronomie, alles dies könnte zukünftig ein Beitrag zur Flexibilität sein. Und wie wäre es denn, wenn die großen Konsumblöcke, wonach wir alle im Gleichschritt produzieren, also am Tag zur Arbeit gehen und am Wochenende und in den Abendstunden konsumieren, einmal aufgebrochen würden? Flexibilität sichert Jobs, senkt Kosten und sichert Arbeitsplätze. Die großen Probleme von Karstadt, VW, Opel und die Standortschließungen der Bundeswehr sind Kundenkiller für das Gastgewerbe. Ihnen muss mit Flexibilität begegnet werden. Wir müssen arbeiten wenn Arbeit da ist – und dies mit Freizeit ausgleichen. Wenn wir flexibel bleiben, können wir auch weiter Feiertage feiern und im Gastgewerbe genießen. Wir müssen dabei nicht mehr, aber nachfragegerechter arbeiten. Raus aus dem Trott – und rein in eine Flexi-sexy-Arbeitswelt. Das sichert zuverlässig Jobs in Deutschland und schafft Gäste, die uns so dringend fehlen.


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