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Fonds wollen mehr Macht
Zwei Finanzunternehmen erhöhen Einfluss bei Accor / Ziel: Hauptaktionär mit 30 Prozent
PARIS. Die französische Beteiligungsfirma Eurazeo und der US-Fonds Colony Capital wollen ihre Anteile am französischen Hotelkonzern Accor auf zusammen 30 Prozent erhöhen. Wie die beiden Finanzunternehmen in Paris mitteilten, haben sie einen fünf Jahre laufenden Aktionärspakt geschlossen, um ihren Einfluss auf Accor zu verstärken.
Seit Januar hat Eurazeo seinen Anteil durch Aktienkäufe auf dem Markt schon von 0,7 Prozent bis auf 8,5 Prozent aufgestockt und will in den nächsten Wochen 10 Prozent erreichen. Colony verfügt heute bereits über 9 Prozent der Accor-Anteile und strebt 20 Prozent an. Die beiden Fonds haben sich verpflichtet, ihre Accor-Anteile mindestens zwei Jahre lang zu halten. Ihren Einfluss bei Accor wollen sie paritätisch ausüben.
Vertrauen in die Führung
So fordert Eurazeo zwei Sitze im Aufsichtsrat, die Colony dort bereits hat. Die beiden Partner „streben keinesfalls die Kontrolle über Accor an“, wird in einem gemeinsamen Kommuniqué erklärt. „Die Verstärkung des Engagements von Colony Capital und Eurazeo zeugt von ihrem Vertrauen in die Führungsmannschaft der Gruppe, in ihre Strategie, in die Qualität der Aktiva und in die Perspektive.“
Eurazeo und Colony werden damit gemeinsam zum Hauptaktionär der Accor-Gruppe. Die staatseigene Investitionsbank Caisse des Dépots et Consignations, die über zwei Sitze im Aufsichtsrat verfügt, folgt abgeschlagen mit 8,13 Prozent der Anteile, die Gründer der Gruppe halten noch 2,64 Prozent. Accor reagierte sofort auf die Initiative ihrer künftigen Hauptaktionäre: „Der Verwaltungsrat nimmt zur Kenntnis, dass Colony und Eurazeo, die gemeinsam über 17,52 Prozent des Kapitals und 15,71 Prozent der Stimmrechte verfügen, ihren Anteil in der Gruppe noch auf 30 Prozent erhöhen wollen“, heißt es. „Der Verwaltungsrat wertet diese Initiative als Bestätigung des günstigen Entwicklungspotenzials der Gruppe.“
Unterstützung gefordert
Vor jeder Entscheidung über die Verteilung der Aufsichtsratssitze für Eurazeo müssten die beiden Partner „ausdrücklich ihre Unterstützung für die Entwicklungsstrategie der Gruppe erklären, die sich auf die beiden Metiers Hotellerie und Service gründet“, heißt es im Accor-Kommuniqué. Zum Accor-Konzept gehört beispielsweise die weltweite Expansion der jungen Marke Pullman (AHGZ vom 26. April).
Die Accor-Konzernleitung erinnert aber auch daran, dass Colony bereits 2005 ein strategisches Bündnis mit Accor eingegangen ist. Außerdem müssten die beiden Partner Accor gegenüber „garantieren, dass diese Verstärkung des Kapitalanteils nicht mit der Übernahme der faktischen, aktiven oder passiven Kontrolle über die Gruppe verbunden sein soll“.
Die Wirtschaftszeitung Les Echos erinnert daran, dass sich der Accor-Vorstandsvorsitzende Gilles Pélisson jetzt in einer vergleichbaren Situation wie sein Vorgänger Jean-Marc Espalioux befindet. Der ehemalige Vorstandschef Espalioux war auch einem „massiven Druck einflussreicher Aktionäre ausgesetzt“. Seit dem Amtsantritt von Pélisson vor zwei Jahren hat sich der Aktienkurs von Accor nur um 10 Prozent erhöht. Seit vergangenen Juli verlor die Aktie sogar ein Drittel ihres Wertes. Um den Börsenkurs „auf Trab zu bringen“, könnten die neuen Hauptaktionäre „geneigt sein, für einen Verkauf von Aktiva zu plädieren“, meint das Blatt, „beispielsweise den ganzen Service-Pool“.Ralf Klingsieck

