Branche aktuell
Führungskräfte für die Expansion
Kempinksi hat hohen Bedarf an Managern in Schlüsselpositionen / Derzeit werden 50 neue Hotels entwickelt
FRANKFURT/M. Kempinski startet eine Personaloffensive. Während einer Tour durch alle 60 Hotels weltweit stellt Reto Wittwer, Präsident und Chief Executive Officer (CEO) der Genfer Hotelgesellschaft, den Mitarbeitern die Initiative vor. Ziel ist es, Bewerbungsprozesse, Karriereplanung und Entwicklung zu verbessern.
„Kempinski hat einen überdurchschnittlich hohen Bedarf an Managern, die aus den eigenen Reihen kommen“, teilte Wittwer in einer Pressekonferenz mit. Für die zahlreichen Neueröffnungen (50 Hotels befinden sich in der Entwicklung) fehlten Mitarbeiter für Schlüsselpositionen.
„Wir können nur erfolgreich sein, wenn jeder Mitarbeiter am richtigen Platz ist“, sagte Wittwer. Auch die akademische Ausbildung in der Hotellerie werde immer wichtiger. Kempinski bietet eine unternehmensinterne MBA-Ausbildung, alle General Manager verfügen über den Abschluss.
Außer zur Personalstrategie äußerte sich der CEO zudem zur Entwicklung der Gruppe. Kempinski ist eine der am schnellsten wachsenden Hotelgesellschaften im 5-Sterne-Segment. Trotzdem betonte Reto Wittwer: „Wir betreiben die Expansion nicht um der Expansion willen.“ Bei 110 Hotels soll das Portfolio der Gruppe konsolidiert werden. „Die Anzahl der Hotels darf das Alter der Gruppe nicht übertreffen“, so Wittwers Aussage. Neue Hotels könnten dabei ältere Häuser ersetzen, deren Pachtverträge beispielsweise auslaufen. Insbesondere die Chinesen hätten ein großes Interesse an Kempinski-Hotels: „Wir betreiben zurzeit 20 Häuser in China, es könnten 60 sein.“ Wittwer will jedoch auch hier eine Selektion vornehmen und nur ausgewählte Häuser unter der Marke Kempinski betreiben.
Auch in Deutschland laufen die Geschäfte gut. „Wir hatten ein exzellentes Jahr 2006. Das erste Halbjahr 2007 entwickelte sich ähnlich“, berichtete Stephan Interthal, Area Director Germany und General Manager des erfolgreichen Flaggschiffs Adlon Berlin. Das umstrittene Hotel in Heiligendamm habe durch den G8-Gipfel den erwünschten Schub bekommen. Das Vier Jahreszeiten in München wird zurzeit für 11 Mio. Euro verschönert. Trotz Renovierung laufe das Haus, das sich im Eigentum von Kempinski befindet, „hervorragend“. „Fantastische Zahlen“ schreibt auch das Airport Hotel in München. Mit einem Anbau von 180 Zimmern auf insgesamt 570 will man der steigenden Nachfrage am Flughafen gerecht werden. „Das Hotel liegt sozusagen im Terminal. Eine bessere Lage gibt es an dem Flughafen nicht“, so Interthal.Svenja Alberti

