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Hotellerie

Gäste hungern nach Abenteuern

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/45 vom 7. November 2009
von

STUTTGART. Abenteuer-Angebote als Rahmenprogramm für , , Kochkurse oder Betriebsfeiern? Ja, ohne sie geht es in der Gastronomie und Hotellerie kaum noch. Denn längst reichen „normale“ Erlebnisse allein nicht mehr aus, um Gäste zu binden und neue Zielgruppen für sich zu gewinnen. Immer mehr Gäste in Hotellerie und Gastronomie suchen das Außergewöhnliche, sind hungrig nach dem ganz besonderen Kick.

Ob Quad-Touren, Wanderungen mit Karte und Kompass, Polo-Workshops, Fahrten im Ballon, Floß-, Kanu- oder Panzerfahrt: Die Möglichkeiten, Gästen ein unvergessliches Erlebnis fernab von Alltagsstress zu bescheren, sind für Hoteliers und Restaurantbetreiber schier unerschöpflich. Das zeigen die Beispiele Zentralbar in Nürtingen und das Luxushotel Schloss Hubertushöhe in Storkow.

Wer den Einstieg in den Bereich Gastroventure, die Verbindung aus Gastronomie und Abenteuer, erfolgreich meistern will, sollte laut Felix A. Schweikert großen Wert auf Qualitätsmanagement legen: „Wichtig ist, sich mit Kooperationspartnern zusammenzuschließen, die das eigene Gesamtkonzept professionell ergänzen“, so der Heidelberger Berater. „Denn ebenso wie das neue Angebot zum Charakter und Image des jeweiligen Hauses passen muss, sollte auch hinter der Quad-Tour oder dem Paintball-Match ein schlüssiges Konzept stehen.“

„Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach Einzigartigkeit“, so Schweikert. „Sie wollen aus der Langeweile des Alltags ausbrechen, Spannung und Abenteuer erleben.“ Wem es als Gastronom oder Hotelier gelinge, ein pfiffiges Gesamtpaket aus Abenteuer und gastronomischer Dienstleistung zu schnüren, habe gute Chancen, sich von Mitbewerbern abzuheben, bei Stammkunden im Gespräch zu bleiben, und sich neue Zielgruppen zu erschließen. Das bestätigt auch Daniel Prokein, Geschäftsführer der Zentralbar im schwäbischen Nürtingen.

Er bietet seinen Gästen geführte Quad-Touren an. Während der etwa fünfstündigen Ausfahrten über die Schwäbische Alb steuern die Gruppen Sehenswürdigkeiten an und lernen die Kulturlandschaft auf dem trendigen Fun-Fahrzeug von einer ganz neuen Seite kennen. Im Preis von 99 Euro pro Person sind außer Fahrzeugmiete, Benzinkosten und Leihgebühren für den Helm auch ein Krustenbratenessen enthalten.

Prokein hat sich mit einem lokalen Vermieter zusammengetan. „Denn Qualität und Professionalität müssen gewährleistet sein“, so der Gastronom. In einem Rundumpaket hat er deshalb die Eigen- und Fremdleistungen zusammengeführt. Rings um seinen Standort ist der Geschäftsmann bislang der einzige, der mit einem derartigen Angebot aufwartet. Insofern bedurfte es laut Daniel Prokein keiner großen Werbung, bis die ersten Vereine und Betriebe begannen, Touren zu buchen.

Der Einstieg in das neue Segment fiel dem gelernten Koch leicht. „Im Event-Bereich haben wir ein starkes Standbein“, so der Gastronom. „Daher stellt der Abenteuerzweig eine gute Ergänzung dar.“ Ohne Altbewährtes über den Haufen zu werfen hat der findige Schwabe so den Spagat zwischen dem Erhalt der angestammten Gästeklientel und der Erschließung neuer Kundengruppen erfolgreich gemeistert.

Etwas, das auch im Luxushotel Schloss Hubertushöhe in Storkow gelungen ist. Dort hat Direktor Marc Debourdon de Grammont konventionelle Veranstaltungen wie Tagungen, Konferenzen oder Seminare durch ein buchbares Rahmenprogramm aufgepeppt und es geschafft, Abenteuer- und Action-Angebote in sein Programm zu integrieren. Geschäftsleute können dort außer Panzer-, Kanu- und Floßfahrten auch Ballonfahrten buchen oder den Tag bei einer Segelregatta ausklingen lassen. Das kommt an und hat Schloss Hubertushöhe auch unabhängiger von wirtschaftlichen und saisonalen Schwankungen gemacht. Rund 50 Prozent des Umsatzes werden laut Debourdon de Grammont mit dem Abenteuerangebot erzielt.

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