Konzepte: Dean&David in München
Gesundes Fastfood ist machbar
MÜNCHEN. „Gesundes Fastfood“ scheint ein Widerspruch in sich zu sein. Doch nicht für David Baumgartner, der vor vier Jahren in München mit dem Salatbarkonzept Dean&David startete. Für den Unternehmer war klar, dass die Menschen im normalen Alltag heute wenig Zeit zum Essen haben – das sei aber kein Grund, auf eine gesunde Ernähung mit guten, frischen und weitestgehend regionalen Produkten zu verzichten. „Mein Ziel war es, Fastfood neu zu definieren“, sagt Baumgartner.
Die Idee für die Salatbars brachte der heute 32-Jährige von einer Weltreise mit. Die trat er im Jahr 2005 nach AbschlussBezeichnung für die letzte Stufe im Verkaufsprozess.
weiter mit Mausklick... seines BWL-Studiums an. Er ließ sich unter anderen von den Delis (Food-Tagesbars) in New York inspirieren. Wieder zurück in München machte sich Baumgartner auf die Suche nach Partnern. Hermann Weiffenbach und Matthias Machauer, beide in der Führung der Enchilada Gruppe tätig, boten schließlich ihre Unterstützung als Privatperson, an und halfen Baumgartner mit dem Know-how eines global agierenden Unternehmens. Sie sind quasi die Mentoren von Baumgartner. 2007 konnte Dean&David – Dean ist Weiffenbachs Spitzname – an den Start gehen.
Salate selbst kombinieren
Der Pilotbetrieb entstand in der Schellingstraße in München-Schwabing. Im Mittelpunkt des Konzeptes steht Salat. Eine Reihe „ready to eat“-Salate wie der „Chicken Oriental“ oder der „Tandoori India“ wird ergänzt durch die Möglichkeit, sich sein Lieblingsgericht selbst zusammenzustellen. Zu den Salatblättern gibt es bis zu drei Basics gratis wie Ei, Mango, Thunfisch oder Sonnenblumenkerne. Der Gast kann zudem Extras wie Mozzarella und Hühnchen ordern und natürlich unter mehreren Dressings wählen.
Dem Anspruch, den der Gründer bei seiner Konzeptentwicklung im Kopf hatte – nämlich gesunde Ernährung – entspricht auch die Tatsache, dass Obst, Gemüse und die meisten Zutaten aus der Region kommen, noch selbst geschnippelt werden, keine Convenience und keine Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel verwendet werden.
Zu jedem Salat, in verschiedenen Portionsgrößen, wird knuspriges dunkles Landbrot gereicht.
Salat steht – „momentan“ wie Baumgartner sagt – im Mittelpunkt, allerdings soll der Slogan „fresh to eat“ bewusst nicht zu sehr eingrenzen, sodass darunter auch andere Dinge passen. Wie die Currygerichte, Suppen, Vital-Brote und Sandwiches, Couscous, Wraps und Müslis, die ebenfalls auf der Karte stehen. Alle Gerichte gibt es auch zum Mitnehmen. Die Getränkeauswahl passt ebenfalls zum Credo des Jung-Unternehmers. Sie reicht von frischen Säften über Smoothies (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Smoothies") bis zu WellnessEigenständiges Wort, das in der englischen Sprache seit mindestens 350 Jahren existiert und sich nicht - wie immer wieder behauptet - aus den Begriffen "wellbeing"und "fitness"zusammensetzt.
weiter mit Mausklick...-Gemüse-Drinks.
Baumgartner verfolgte von Anfang an ein System, das mithilfe von Franchisenehmern wächst. „Dass es so erfolgreich am Markt ankommt, konnten wir aber nur hoffen“, sagt er. Nach dem ersten Lokal in München-Schwabing wuchs die Gruppe in München auf jetzt sieben Betriebe, darunter ist auch das einstige Greenys im Tal, das von Dean & David im April 2011 übernommen wurde. Bundesweit wird es Dean&David im August, wenn die Filiale in Heidelberg öffnet, 17 Mal geben. Um sich den Markt erschließen zu können, fixierte das clevere Dreigespann gleich drei verschiedene Formate, die sich je nach Standort etablieren lassen: „Fast“ steht für kleine Betriebseinheiten etwa in Bahnhöfen. „Downtown“ bezieht sich auf 50 bis 120 Quadratmeter große Lokale in Innenstädten. Traumobjekte sind die „Business“-Formate ab einer Größe von 150 Quadratmetern, wie der Betrieb in den Nymphenburger Höfen mit 250 Quadratmetern. „Das ist ein idealer Standort mit Blick auf die vielen umliegenden Büros“, sagt Baumgartner. 80 bis 85 Prozent des Umsatzes werden hier zwischen 12 und 14 Uhr generiert.
Ausland im Visier
Solche Objekte sind natürlich eher selten. Baumgartner sieht die Expansion generell aber „sehr entspannt“. Er erläutert: „Da wir kein Fremdkapital haben, sind wir völlig ohne Druck, was die Expansion angeht.“ Durchschnittlich 10 bis 15 Eröffnungen pro Jahr hält er für realistisch, auch Österreich und die Schweiz stehen auf seinem Plan.


