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Editorial

Gewinner und Verlierer

Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/3 vom 20. Januar 2007

Ohne Zahlen geht es nicht. Das gilt für den eigenen Betrieb wie für den gesamten Markt. Wer seine eigenen Kennziffern und die des Wettbewerbs kennt, hat bessere Chancen, sich zu behaupten. Bauchgefühl, Erfahrung und Schläue allein reichen eben nicht mehr, um zu überleben. Das müssen vor allem kleinere Betriebe oft leidvoll erfahren.

Einer der Zahlenlieferanten ist das Statistische Bundesamt. Es meldet ein Umsatzplus des Gastgewerbes von 1,5 Prozent bis Ende November 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, also das Ende einer langen Talfahrt. Vor allem die Hotellerie schneidet gut ab, bei den Gaststätten sieht es anders aus. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele kleinere und mittlere Beherbergungsbetriebe von der guten Entwicklung nicht profitieren.

Zu den Gewinnern scheinen 3- bis 5-Sterne-Hotels zu gehören, und zwar vorwiegend Stadthotels. Das hat der Hotelverband Deutschland (IHA) ermittelt. Auch wurden, das ergab die IHA-Befragung von 700 Hotels, erstmals seit vier Jahren wieder die Preise erhöht: um 8,2 Prozent. Das hört insbesondere die gehobene Hotellerie gern, die ja mit der Preispolitik ihre Probleme hat (Seiten 2, 4).

Nimmt man alles zusammen, so herrscht ein positives Bild. Das bestätigt unsere Umfrage (Seite 5). Vor allem die Großen der Branche expandieren weiter oder investieren in bestehende Häuser. Manche wie Maritim oder Steigenberger haben Innovationen im Köcher, andere wie das Bareiss setzen auf die Sicherung ihrer hohen Dienstleistungsqualität.

Dass nicht jeder Blütentraum in Erfüllung geht, zeigt das Beispiel Dorint. Dort war vor Jahren von „Mister Dorint“ Herbert Ebertz eine zu schnelle Expansion betrieben worden, die spätestens mit der einbrechenden Konjunktur und dem Niedergang der New Economy an Grenzen stieß. Wovon sich das Unternehmen trotz eines gesunden Partners nicht mehr recht erholen konnte, wie die jüngste Aufspaltung der Gruppe zeigt (Seite 1). Dieser Partner heißt Accor und wird, angeblich ausgestattet mit den „Rosinen“ aus der Dorint-Kette, weiter wachsen. Doch was wird aus dem Rest?

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