Intergastra

Haben geschwitzt und ihr Bestes gegeben: (von links) Oliver Röder, Johannes Goll und Sascha Wolter

© Bernhard Eck

Gold für Johannes Goll

Bocuse d’Or Selection Germany 2012: Souschef vom Steigenberger Frankfurter Hof gewinnt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/8 vom 18. Februar 2012
 Brit Glocke

STUTTGART. Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Mit 798 Punkten siegt beim deutschen Ausscheid zum Bocuse d’Or. Der Souschef vom Restaurant  Français im war bereits beim Vorentscheid vor zwei Jahren dabei. Diesmal überzeugte er die 18-köpfige Jury problemlos – mit Fischplatte „Alles mal 2“ und Fleischplatte „Mastpoularde im Gemüsegarten“. Der 30-Jährige wird Deutschland nun beim Bocuse d’Or Europe in Brüssel vertreten.

Platz 2 mit 726 Punkten ergattert Küchenchef (28), Landlust Burg Flamersheim in Euskirchen – für viele Jurymitglieder der Überraschungssieger des Wettbewerbs. (33, 1 Stern), Küchenchef der Backnanger Stuben in Backnang, landet mit 656 Punkten auf dem 3. Platz. Nicht aufs Siegertreppchen geschafft haben es Sebastian Frank, Restaurant Horváth Berlin, David Kikillus, Hotel l’Arrivée Dortmund, und Florian Bürger, Restaurant Habbel’s Sprockhövel. Als bester Commis des Wettbewerbs geehrt wurde David Knopp, der David Kikillus zuarbeitete.

„Alle Kandidaten haben sich unheimlich angestrengt und gut gekocht. Aber es kann nur einer siegen“, sagte , Präsident Bocucse d’Or Germany, bei der Preisverleihung. „Beim ersten Platz waren sich alle einig, der Punktevorsprung von Johannes Goll war enorm. Es freut mich sehr, dass er es noch einmal angepackt hat.“

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Der deutsche Ausscheid stand unter gutem Vorzeichen: Nicht nur, dass er zum ersten Mal auf der in Stuttgart ausgetragen wurde. Auch feierte Kochlegende Paul Bocuse, Initiator des Wettbewerbs, an diesem Tag seinen 86. Geburtstag. Die Jury grüßte per Fax nach Lyon, Bocuse wünschte postwendend gutes Gelingen zurück.

Punkt 10 Uhr ging es los für die sechs Kandidaten. Auf dem Plan: Zwei Platten für je 12 Personen, zwei Garnituren und eine Sauce. Atlantikseezunge und Riesengarnelen lautete die Vorgabe beim Fischgang, Mastpoularde beim Fleischgang. In den Kochkabinen höchste Konzentration, von Hektik keine Spur. „Die müssen wohl erst morgen fertig sein“, witzelte Jurymitglied Wahabi Nouri, Piment in Hamburg, angesichts der entspannten Atmosphäre. Dass längst nicht alles glatt ging, verriet Jörg Sackmann, Schlossberg in Baiersbronn: „Einem fehlte die Präsentationsplatte, bei einigen ist der Herd für eine Stunde ausgefallen, bei Florian Bürger ist der Commis nicht gekommen, jetzt hilft seine Freundin.“

Ludwig Herr, Gewinner des vergangenen deutschen Ausscheids, gab sich ein Stelldichein: „Skandinavische Einflüsse spielen eine Rolle – Kräuter, Kresse und natürliche Produkte hauchen den Tellern viel Leben, aber auch Leichtigkeit ein“, so sein Eindruck. Auf den Platten fanden sich viele interessante Details: Ein Teil von Oliver Röders „Seezunge Finkenwerder“ verbarg sich unter Gloches, Sebastian Frank setzte heiße Pflastersteine zum Warmhalten ein.

15 Uhr: Auftritt der Jury. Mitglied Armin Karrer, Gourmet Restaurant Zum Hirschen in Fellbach, nennt die Kriterien: „Der Geschmack zählt zu zwei Dritteln, die PräsentationZweckbestimmte und am Empfänger orientierte Information, welche versucht, den Kommunikationsfluss zu verbessern und Expertenwissen durch Darstellung oder Darbringung eines Produkts, einer Serviceleistung oder einer Information anderen zugänglich zu machen.
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zu einem Drittel. Gesucht wird ein Siegertyp mit Gelassenheit.“ Wie die Jury roch, zerpflückte, kritisch schaute und probierte, konnten die Intergastra-Zuschauer auf zwei Riesenleinwänden mitverfolgen. Für Stimmung auf der Tribüne sorgte der privat angereiste Freundeskreis von Sascha Wolter.

Schließlich die Entscheidung: „Der Geschmack wurde von den nationalen und internationalen Jurymitgliedern teilweise sehr unterschiedlich bewertet“, so Patrik Jaros bei der Preisverleihung. „Aber das Ergebnis spiegelt den Wettbewerb wieder.“ Sieger Johannes Goll (siehe Vier Fragen an) ist die Überraschung ins Gesicht geschrieben. Zweiter Anlauf und zweiwöchiges Training – „wir haben in der Mittagspause immer portionsweise geübt“ – haben sich gelohnt. Für den Souschef des Français geht es jetzt am 20. und 21. März zum Bocuse d’Or Europe nach Brüssel. Und wer weiß, vielleicht ist er 2013 ja auch beim großen Finale Bocuse d’Or in Lyon dabei. Brit Glocke

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