Diese Woche
Größtes Minus seit 2003
Amt für Statistik: Hohe Umsatzeinbrüche im Gastgewerbe
WIESBADEN . Schlechte Zahlen aus dem Gastgewerbe: Laut Statistischem Bundesamt ist der Umsatz in Hotellerie und Gastronomie im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Demnach setzte die Branche 2009 nominal
4,1 Prozent und real 6,1 Prozent weniger um als noch im Jahr 2008.
Der Umsatz ist damit nun schon zum dritten Mal in Folge gesunken. In den Jahren 2007 und 2008 beliefen sich die Einbußen jedoch nominal unter einem Prozent und real nur zwischen
2 und 3 Prozent. Im vergangenen Jahr erreichte die weltweite Krise dann auch das deutsche Gastgewerbe, erläutert Michael Wollgramm vom Statistischen Bundesamt. Besonders unter der Wirtschaftsflaute leidet das Beherbergungsgewerbe. Hotels, Gasthöfe und Pensionen mussten einen nominalen Umsatzverlust von 6,0 Prozent, real
8,1 Prozent, verkraften. In Restaurants, Cafés und Kantinen ging der Umsatz um nominal 3,3 Prozent und real um 5,2 Prozent zurück.
„Das ist der stärkste Umsatzeinbruch seit 2003“, sagt Ernst Fischer, Präsident des DEHOGA Bundesverbands. „Am meisten von der Krise betroffen sind die Betriebe, die in vom Firmengeschäft abhängig sind“, so Fischer. Denn die Unternehmen hätten mit umfassenden Budgetkürzungen auf die sinkende Nachfrage reagiert. Aber auch der private Konsument achte sehr genau darauf, was er wofür ausgebe. „Zwar haben Feriendestinationen wie die Nord- und Ostseeküste 2009 vom Trend zum Deutschlandurlaub grundsätzlich profitiert. Aber wenn auch nicht am Urlaub gespart wurde, dann doch sehr wohl im Urlaub“, sagt der DEHOGA-Präsident. Auch die Weihnachtsmenüs seien im vergangenen Jahr bescheidener ausgefallen. Die Lage für die Gastronomie habe sich Ende des Jahres zudem durch den harten Winter verschlechtert.
„Die nächsten Monate werden noch einmal hart“, glaubt Fischer. „Stärker als andere Branchen sind Hotellerie und Gastronomie auf ein gutes Konsumklima angewiesen. Bürger wie Unternehmer brauchen Planungssicherheit statt Verunsicherung.“