Gastkolumne
Grün ist einWettbewerbsfaktor
Von Olaf Steinhage
Besser spät als nie: Die Green-Building-Debatte ist endlich in der Hotellerie angekommen und zieht Kreise. Angestoßen wurde die Debatte im vergangenen Jahr.
Zum einen durch das Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG), das Neubauten ab 50 Quadratmeter Nutzfläche den Einsatz regenerativer Energien vorschreibt. Zum anderen durch die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2009), die nun auch für Hotelimmobilien verbindlich gilt.
Und ein aktueller Aufhänger ist gleichfalls gegeben: Die Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) wird 2010 erstmals Hotelimmobilien zertifizieren. Die Bewerbungen laufen, ausgezeichnet wird auf der Expo Real im Oktober.
Maßnahmen für mehr ökologische Verantwortung in der Hotellerie sind grundsätzlich begrüßenswert, da Hotelimmobilien einen hohen Energieverbrauch haben. Aber wie rentabel ist Green Building tatsächlich? Innovative Technologien senken zwar dauerhaft die Betriebskosten, lange Amortisationszeiten lassen sich aber nicht von der Hand weisen. Die Chancen stehen dennoch gut, dass sich ökologisch ausgerichtete Häuser auch als ökonomisch nachhaltige Alternativen positionieren. Dafür spricht, dass der Green-Building-Aspekt hoch in der Gunst des Gastes steht. Will ein Hotel wettbewerbsfähig sein, wird es sich zukünftig mit dem Thema auseinandersetzen müssen.
Ob sich ein Green- Building-Standard bei Hotelimmobilien etabliert, hängt aber zum Teil auch von entsprechenden, allgemein und international gültigen Zertifizierungssystemen ab, die hohe Immobilien-Ratings und damit auch Investitionsvertrauen begünstigen können.
Das DGNB-Gütesiegel ist ein Schritt in diese Richtung. Dennoch herrscht derzeit noch große Unsicherheit bei Bauherren, Investoren und Betreibern hinsichtlich des mittlerweile vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unabhängigen, komplizierten und teuren Zertifizierungsprozesses.
